|
inhalt
1.
chronologischer
abriß
133
Tib. Sempronius Gracchus versucht als Volkstribun die Ansiedlung von Proletariern
durch Landzuweisung aus dem Gemeindeland (Ager publicus; Lex agraria),
deshalb Beschränkung des Grundbesitzes aus Gemeindeland auf 1000 Jugera
(250 ha) und Verteilung des Königsschatzes von Pergamum als Betriebskapital
an die Neusiedler. Nach dem Einspruch seines Kollegen M. Octavius erfolgt
dessen gesetzeswidrige Amtsenthebung durch die Tributkomitien. Verabschiedung
des Gesetzes und Einrichtung einer Agrarkommision. Bei dem Versuch, seine
unzulässige Wiederwahl zu erreichen, wird Tiberius Gracchus am Vorabend
der Neuwahlen erschlagen.
132
Anklage gegen die Anhänger des Tiberius Gracchus vor außerordentlichen
Gerichten unter Vorsitz der Konsuln Popilius und Rupilius. Fortsetzung
der Tätigkeit der Agrarkommision.
123
Wiederaufnahme der Pläne seines Bruders durch den jüngeren Gaius Sempronius
Gracchus: Erneuerung des Ackergesetzes (Lex agraria) und Besetzung bestimmter
Richterstellen durch Ritter (Lex iudicaria), um diesen Stand für seine
Pläne zu gewinnen. Er scheitert an seinem Antrag auf die Verleihung des
Vollbürgerrechtes an die Latiner und des Bürgerrechtes an alle italischen
Bundesgenossen (Lex Sempronia de sociis et nomine Latino; Widerstand der
Senatspartei und der niederen Volksschichten).
122
Wiederwahl des C. Gracchus. Gegenvorschläge des Volkstribuns M. Livius
Drusus zu den Anträgen des Gracchus.
121
Besetzung des Aventin durch Gracchus und seine Anhänger und Notstandserklärung
des Senats. Die Anhänger werden erschlagen, C. Gracchus läßt sich von
einem Sklaven töten.
2.
prosopographie der tribunate von ti. und c. sempronius gracchus
informationen über personen im zusammenhang
mit
den tribunaten der gracchen
in den quellen behandelte personen
Annius
Luscus, T. (2. Jhd. v.Chr.)
Polit. Karriere: praet. ca. 156, cos. 153.
Polit. Standpunkt: Gegner des Tib. Sempronius Gracchus.
Kurzbiographie: T. Annius Luscus trat 133 als consularis öffentlich
und im Senat gegen das Ackergesetzt des Tiberius Gracchus auf.
(Literatur: LAW, Annius Luscus. KlP, Annius 14. RE, Annius 64.)
Caecilius
Metellus Macedonicus, Q. (Anfang 2. Jhd. - ca. 115 v.Chr.)
Polit. Karriere: praet. 148, cos. 143, cens. 131, augur ca. 140-115.
Polit. Standpunkt: Optimat und Anhänger der Nobilität; Gegner der
Gracchen und auch des P. Cornelius Scipio Aemilianus.
Kurzbiographie: Nach der Unterwerfung des Andriskos 148 wurde Metellus
Macedonicus nach Einrichtung der Provinz Macedonia 147/46 deren erster
Statthalter. 146 operierte er erfolgreich gegen Achäer und Thebaner. Nach
seinem Triumph über Makedonien 146 ließ er verschiedene prächtige Bauprojekte
durchführen (z.B. Umgeben des Tempels des Jupiter Stator mit einer großartigen
Porticus). Im Jahre 143 unterdrückte er einen Sklavenaufstand in Minturnae
und kämpfte dann in Hispania Citerior gegen die Keltiberer. Er galt als
strenger Censor und war politisch ein Gegner des P. Cornelius Scipio Aemilianus
und der beiden Gracchen. 121 folgte er in Waffen dem Konsul L. Opimius
im Kampf gegen Gaius Gracchus und dessen Anhänger. Seine 4 Söhne wurden
alle Konsuln, die beiden Töchter heirateten in die Familien der Servilier
und Scipionen ein.
(Literatur: LAW, Caecilius 11. KlP, Metellus 18. RE, Caecilius
94.)
Calpurnius
Piso Frugi, L. (2. Jhd. v.Chr.)
Polit. Karriere: trib.pleb. 149, praet. 136, cos. 133.
Polit. Standpunkt: Gegner der Gracchen und besonders des Getreidegesetzes
des C. Sempronius Gracchus.
Kurzbiographie: Calpurnius Piso Frugi brachte 149 das erste Gesetz
gegen Erpressung ein (lex de repetundis), das die Einrichtung einer ständigen
Untersuchungskommission (quaestio perpetua) veranlaßte. Er kämpfte im
sizilianischen Sklavenkrieg 136-132. Er widmete sich vor allem der historischen
Forschung und schrieb "annales" von den Anfängen Roms
bis in seine Zeit (7 Bücher, die vermutlich u.a. von Livius benutzt wurden),
war ein Gegner der Gracchen und galt als ein Mann von strenger Rechtlichkeit
und sittlicher Integrität.
(Literatur: LAW, Calpurnius 11. KlP, Calpurnius 25. RE, Calpurnius
96.)
Claudius
Pulcher, App. (ca. 185 - 130 v.Chr.)
Polit. Karriere: cos. 143, cens. u. princeps senatus 137/36, augur,
salius.
Polit. Standpunkt: Befürworter des Tib. Sempronius Gracchus; Gegner
des P. Cornelius Scipio Aemilianus.
Kurzbiographie: Appius Claudius war Schwiegervater des Tiberius
Gracchus, den er selbst aussuchte und wurde von diesem 133 zum triumvir
agris dividendis colonisque deducendis (Mitglied der Agrarkommission)
ernannt. Er blieb bis zum Jahre 130 in der Kommission. Appius Claudius
galt als eine bedeutende Persönlichkeit dieser Zeit.
(Literatur: LAW, Claudius 23. KlP, Claudius 26. RE, Claudius 295.)
Cornelia
(2. Jhd. v.Chr.)
Polit. Karriere: ----
Polit. Standpunkt: Vermutlich rief sie die streitenden Parteien
zur Mäßigung auf. Sie billigte die von den Söhnen verfochtene Sache, nicht
jedoch deren Methoden.
Kurzbiographie: Cornelia, Mutter der Gracchen, Tochter des P. Cornelius
Scipio Africanus maior, war mit Tib. Sempronius Gracchus verheiratet.
Nach dessen frühem Tod blieb sie unverheiratet. Sie war sehr gebildet,
stand in hohem Ansehen und widmetet sich mit Sorgfalt der Erziehung ihrer
(urspr. 12) 3 Kinder. Die Haltung gegenüber der Politik ihrer Söhne wird
aus den Quellen nicht recht deutlich, jedoch bekunden viele Zeugnisse
den Stolz, den sie für ihre Söhne empfand. Nach dem Tod des Sohnes Tiberius
zog sie sich nach Misenum zurück. Die Tochter Sempronia wurde später die
Gemahlin des Scipio Aemilianus. Cornelia galt den Römern als Muster einer
gebildeten, seelenstarken Römerin.
(Literatur: LAW, Cornelia. Irmscher, LdA, Cornelia. KlP, Cornelia
92. RE, Cornelia 407.)
Cornelius
Scipio Nasica Serapio, P. (Anfang 2. Jhd. - 132 v.Chr)
Polit. Karriere: praet. 141, cos. 138, pont.max. seit 141.
Polit. Standpunkt: Starker und führender Gegner des Tib. Sempronius
Gracchus.
Kurzbiographie: Scipio Nasica Serapio geriet als Konsul in Konflikt
mit den Volkstribunen und wurde wegen Mißachtung tribunizischer Interzession
mit seinem Kollegen ins Gefängnis geworfen. 133 stand er an der Spitze
der Gegner des Tiberius Gracchus. Er setzte durch, daß der Agrarkommission
fast alle notwendigen Mittel versagt wurden und kämpfte heftig gegen die
Pläne zur Verteilung der attalischen Erbschaft. Unter Nasicas Führung
ging man am Tag der Tribunenwahlen des Jahres 133 gegen Gracchus vor und
erschlug ihn. Um dem Haß des Volkes zu entgehen, verließ er Rom an der
Spitze einer Gesandtschaft in den Osten, wo er in Pergamon starb.
(Literatur: LAW, Cornelius 36. KlP, Scipio 15, Cornelius 83. RE,
Cornelius 354.)
Cornelius
Scipio Aemilianus Africanus Numantinus, P. (185/84 - 129 v.Chr.)
Polit. Karriere: trib.mil. 151/149/148, cos. 147/134, cens. 142,
augur.
Polit. Standpunkt: Scharfer Gegner der Reformen des Tib. Sempronius
Gracchus.
Kurzbiographie: Scipio Aemilianus Africanus nahm 168 an der Schlacht
bei Pydna teil, zeichnete sich 151 unter L. Licinius Lucullus in Spanien
aus und war Teilnehmer am 3. Punischen Krieg (149-146). Als Militärtribun
war er so erfolgreich, daß er trotz seiner vorläufigen Bewerbung um die
Aedilität 147 zum Konsul gewählt und als Oberbefehlshaber in Afrika eingesetzt
wurde. Noch 147 konnte er den Karthagern schwere Niederlagen beibringen
und die Stadt im Frühjahr 146 schließlich vollständig zerstören. Seine
Censur 142 galt als sehr streng. 141-139 führte er eine mit bedeutenden
Vollmachten ausgestattete Gesandtschaft in den Orient. 137 setzte er sich
gegen die Ratifizierung des Numatiner-Vertrages, aber gleichfalls gegen
die Auslieferung seines Schwagers Tiberius Gracchus ein. 134 erhielt er
den Oberbefehl in dem bis dahin schlecht geführten Krieg gegen Numantia,
das er einschloß und 133 vernichten ließ. Seine scharfen Angriffe gegen
die Reformpläne des Tiberius Gracchus minderten die Popularität des bei
den Römern und Griechen als der bedeutendste Zeitgenosse angesehenen Mannes
und seit 167 engen Freundes des Polybios.
Literatur: LAW, Cornelius 29. KlP, Scipio 12, Cornelius 69. RE,
Cornelius 335.)
Fabius
Maximus Allobrogicus, Q. (ca. 165 - 105/100 v.Chr.)
Polit. Karriere: quaest. 134, praet. ca. 124, propraet. ca. 123,
cos. 121, procos. 129-117.
Polit. Standpunkt: Wahrscheinlich Gegner der Gracchen.
Kurzbiographie: Q. Fabius Maximus Allobrogicus führte 134 als Quaestor
seinem Onkel Scipio Aemilianus Africanus Numantinus Freiwillige nach Spanien
zu und hielt ihm 129 die Leichenrede. Als Propraetor in Spanien erhielt
er auf Antrag des Gaius Gracchus eine senatorische Rüge wegen Untertanenbedrückung.
121 wurde er zusammen mit L. Opimius Konsul und erhielt den Amtsbereich
Gallien, wo er mit seinem Vorgänger Gnaeus Domitius Ahenobarus den Allobrogerkrieg
beendete. Nach seinem Triumph ca. 120 und der Errichtung des Fabianus
Fornix auf dem Forum und der Siegessäule auf dem Schlachtfeld an der Isèremündung
blieb er als Prokonsul 120-117 in Frankreich. Vermutlich wurde er 113
Gesandter und starb vor 100.
(Literatur: LAW, Fabius 7. KlP, Fabius 34. RE, Fabius 110.)
Fannius,
C. (2. Jhd. v.Chr.)
Polit. Karriere: trib.pleb. 142, praet. ca. 132, cos. 122.
Polit. Standpunkt: Stand C. Sempronius Gracchus nahe, war jedoch
Gegner von dessen Bürgerrechtsgesetz.
Kurzbiographie: C. Fannius war ein angesehener Redner und Historiograph
und Schwiegersohn des Laelius. Dem Scipionenkreis nahestehend erstürmte
er 146 mit Tiberius Gracchus die Mauern von Karthago, nahm 141 am spanischen
Krieg teil und wurde 122 wohl durch Einfluß des Gaius Gracchus Konsul.
Er widersetzte sich dessen Antrag auf die Bürgerrechtsverleihung an italische
sociis in der berühmten Rede de sociis et nomine Latino. Vor der
Abstimmung über das Bürgerrechtsgesetz ließ er alle Italiker aus Rom ausweisen.
Die "annales" des Fannius galten als wertvolle Quelle
der Gracchenzeit.
(Literatur: LAW, Fannius. KlP, Fannius 10. RE, Fannius 7.))
Fulvius
Flaccus, M. (Anfang 2. Jhd. - ca. 121 v.Chr.)
Polit. Karriere: cos. 125, trib.pleb. 122.
Polit. Standpunkt: Anhänger der Gracchen und ihrer Agrarpolitik.
Kurzbiographie: M. Fulvius Flaccus haßte die herrschende Nobilität
und griff den Reformgegner P. Cornelius Scipio Aemilianus heftig an. Seit
130 war er Mitglied des 2. Dreimännerkollegiums zur Durchführung der Ackerverteilung
zusammen mit Gaius Gracchus und C. Papirius Carbo. Da er während seines
Konsulats als erster, der dies tat, entschieden für die Verleihung des
Bürgerrechts an italische Bundesgenossen eintrat, nutzte der Senat ein
Hilfegesuch des Massilia, um Fulvius Flaccus aus Rom zum Gallierkrieg
abzuschieben. Er besiegte daraufhin die Ligurer, Salluvier und Vocontier
und triumphierte 123 nach seiner Rückkehr. 122 stand er Gaius Gracchus
beim Kolonisationsvorhaben in Karthago zur Seite und wurde triumvir col.
deduc. In den entscheidenden Auseinandersetzungen um Gracchus organisierte
er 121 vom Aventin aus den bewaffneten Widerstand gegen die Optimaten
und kam auf der Flucht zusammen mit seinen beiden Söhnen um.
(Literatur: LAW, Fulvius 3. KlP, Fulvius 16. RE, Fulvius 58.)
Iunius
Brutus Callaicus, D. (ca 180 - 120 v.Chr.)
Polit. Karriere: cos. 139 o. 138, procos. seit 137, augur seit
ca. 130.
Polit. Standpunkt: Gegner der Gracchen.
Kurzbiographie: D. Iunius Brutus Callaicus kämpfte seit 139 (bis
ca. 136) in Spanien und triumphierte über die Kallaiker, Lusitaner und
Brakarer, erlitt gegen diese aber auch einen schweren Rückschlag. Er erbaute
nach seiner Rückkehr und seinem Triumph einen prächtig ausgestatteten
Marstempel auf dem Marsfeld. 129 war er erfolgreicher Legat in Illyrien
(?). 121 kämpfte er zusammen mit L. Opimius gegen Gaius Gracchus und dessen
Anhänger.
(Literatur: LAW, Iunius 3. KlP, Brutus 14. RE, Iunius 57.)
Licinius
Crassus Dives Mucianus, P. (ca. 180 - 130 v.Chr.)
Polit. Karriere: quaest. 152, aed.cur. ca. 142, praet. ca. 134,
triumvir agr.iud.assign. 133-130, cos. 131, pont.max. 132-130, procos.
130.
Polit. Standpunkt: Scharfer Gegner des P. Cornelius Scipio Aemilianus;
Befürworter der Reformpläne des Tib. Sempronius Gracchus.
Kurzbiographie: L. Crassus Mucianus, leiblicher Sohn des P. Mucius
Scaevola, war berühmt als Redner und Rechtsgelehrter und galt als sehr
reich. Er unterstützte die Reformpläne des Tiberius Gracchus und war Gegner
des P. Cornelius Scipio Aemilianus. Obwohl er pontifex maximus war, erreichte
er es, den Oberbefehl gegen Aristonikos in Kleinasien zu erhalten, dem
er nach einigen Erfolgen 130 unterlag und in die Hände fiel.
(Literatur: LAW, Licinius 7. KlP, Licinius 26. RE, Licinius 72.)
Livius
Drusus, M. (Anfang 2. Jhd. - 109 v.Chr.)
Polit. Karriere: trib.pleb. 122, praet. um 115, cos. 112, cens.
109.
Polit. Standpunkt: Senatstreuer Anhänger der Nobilität; Gegner
des C. Sempronius Gracchus.
Kurzbiographie: M. Livius Drusus galt durch Herkunft und Bildung
als einer der einflußreichsten Männer seiner Zeit. Im Kampf gegen Gaius
Gracchus bediente er sich nicht der intercessio oder des gewaltsamen Widerstandes,
sondern versuchte im Auftrag des Senats, ihn durch populare Anträge zu
überbieten und aus der Gunst der Masse zu verdrängen. Damit trug er wesentlich
zum Sturz des Gracchus bei. 112-110 bekämpfte er in der Provinz Macedonia
erfolgreich u.a. Thraker und Skordisker.
(Literatur: LAW, Livius 3. KlP, Drusus 3, Livineius 8. RE, Livius
17.)
Minucius
Rufus, M. (2. Jhd. v.Chr.)
Polit. Karriere: trib.pleb. 121, cos. 110.
Polit. Standpunkt: Scharfer Gegner des C. Sempronius Gracchus.
Kurzbiographie: M. Minucius Gracchus war scharfer Gegner und Nachfolger
des Gaius Gracchus. Aufgrund eines Antrags von ihm zur Aufhebung der Gesetze
des Gaius Gracchus kam es zu Unruhen und zur Erklärung des Notstandsrechts
(SC ultimum) und zu Kämpfen auf dem Aventin.
(Literatur: KlP, Gracchus 1, Minucius 28. RE, Minucius 54.)
Mucius
Scaevola, P. (Anfang 2. Jhd. - ca. 115 v.Chr.)
Polit. Karriere: trib.pleb. 141, praet. 136, cos. 133, pont.max
130.
Polit. Standpunkt: Förderer der Pläne des Tib. Sempronius Gracchus.
Kurzbiographie: P. Mucius Scaevola, älterer leiblicher Bruder des
P. Licinius Crassus Dives Mucianus, bedeutender Jurist und Rechtsgelehrter
und Autor der 10 Libelli, gehörte zu den reformfreundlichen Senatoren,
die Tiberius Gracchus in seinen Plänen ermutigten. In den Auseinandersetzungen
um Gracchus im Jahre 133 widersetzte er sich der Forderung des Cornelius
Scipio Nasica Serapio nach Gewalt gegen die Gesetze des Gracchuss. Nach
Gracchus´ Ermordung erkannte er allerdings die Haltung der Senatsmehrheit
an, opponierte aber 129 im Senat gegen Cornelius Scipio Aemilianus.
(Literatur: LAW, Mucius 2. KlP, Mucius 7. RE, Mucius 16.)
Octavius,
M. (2. Jhd. v.Chr.)
Polit. Karriere: trib.pleb. 133.
Polit. Standpunkt: Zunächst Freund, dann Gegner des Tib. Sempronius
Gracchus.
Kurzbiographie: Auf Drängen einflußreicher Optimaten interzedierte
Octavius - wie es hieß, im eigenen Interesse, da er viel Gemeindeland
besaß - gegen das Ackergesetz des Tiberius Gracchus. Als Octavius nach
der Interzession seinen Widerstand nicht aufgab, ließ Gracchus ihn seines
Amts - ein verfassungswidriger Schritt - entheben. 123 forderte Gaius
Gracchus, einen aus dem Amt entfernten Bürger von jeder weiteren Bewerbung
auszuschließen. Er ließ von diesem Antrag erst ab, als seine Mutter Cornelia
für Octavius bat.
(Literatur: LAW, Octavius 2, KlP, Octavius 16. RE, Octavius 31.)
Opimius,
L. (2. Jhd. v.Chr.)
Polit. Karriere: praet.urb. 125, cos. 121.
Polit. Standpunkt: Senatstreuer Optimat und scharfer Gegner des
C. Sempronius Gracchus.
Kurzbiographie: Der im Senat einflußreiche L. Opimius war scharfer
Gegner des Gaius Gracchus und seiner Politik. 121 erhielt er vom Senat
diktatorische Vollmachten, um die Ordnung im Staat wieder herzustellen.
Er lehnt jegliche Versöhnung mit Gaius Gracchus ab und trieb diesen mit
vielen seiner Anhänger in den Tod. 120 wurde Opimius vom Volkstribunen
Publius Decius angeklagt. Ihm wurde vorgeworfen, er habe Bürger ohne gerichtliches
Verfahren hinrichten lassen. Er wurde jedoch freigesprochen. Nach Auffassung
der Optimaten hat er den Senatsbeschluß gegen Gaius Gracchus zum Wohle
des Staates erfüllt. 116 teilte er als Leiter einer Zehnerkommission Numidien
unter Adherbal und Iugurtha und wurde 109 wegen Bestechung angeklagt und
verurteilt.
(Literatur: LAW, Opimius. KlP, Opimius 2. RE, Opimius 4.)
Papirius
Carbo, C. (ca. 162 - 119 v.Chr.)
Polit. Karriere: trib.pleb. 131, IIIvir. 130/121, cos. 120.
Polit. Standpunkt: Zunächst Befürworter der Gracchen, 121/120 jedoch
Abfall von der gracchischen Richtung.
Kurzbiographie: Der mit Tiberius Gracchus etwa gleichaltrige Papirius
Carbo galt als guter Redner, jedoch mangelte es ihm an Rechts- und Geschichtskenntnissen.
Als Volkstribun und Anhänger der Gracchen stellte er 131 den Antrag auf
Möglichkeit der Iteration des Tribunats, hatte aber nur mit einer lex
tabellaria Erfolg. 130 wurde er Mitglied der Ackerkommission, 129
wurde er des Mordes an Scipio Aemilianus verdächtigt und verlor an Prestige.
Der Abfall von der gracchischen Richtung brachte ihm 120 das Konsulat.
119 wurde er aus unbekannten Gründen von L. Crassus angeklagt und zog
den Selbstmord der Verurteilung vor.
(Literatur: KlP, Papirius 12. RE, Papirius 33.)
Pompeius,
Q. (2. Jhd. v.Chr.)
Polit. Karriere: cos. 141, cens. 131.
Polit. Standpunkt: Gegner des Tib. Sempronius Gracchus.
Kurzbiographie: Q. Pompeius erreichte als erster seines Geschlechts
das Konsulat und kämpfte 141 und 140 erfolglos gegen Numantia. Ein mit
den Numantinern geschlossenes Abkommen stritt er später ab. 138/37 wurde
er in einem Erpressungsprozeß freigesprochen. 133 trat er gegen Tiberius
Gracchus auf.
(Literatur: LAW, Pompeius. RE, Pompeius 2.)
Popilius
Laenas, P. (2. Jhd. v.Chr.)
Polit. Karriere: praet. 135, cos. 132.
Polit. Standpunkt: Optimat; scharfer Gegner des Tib. Sempronius
Gracchus.
Kurzbiographie: P. Popilius Laenas gründete Siedlungen an neu angelegten
Straßen und teilte als erster Weideland des "ager publicus"
an aratores (Pächter) auf. Diese Maßnahmen, die im Gegensatz zu denen
des Tiberius Gracchus nicht die possessiones (Eigentümer) betrafen, sondern
nur den verpachteten "ager scriptuarius", zeigen, wie auch überzeugte
Optimaten aus Taktik oder Einsicht sich der popularen Politik bedienten.
Popilius Laenas vollstreckte die Grausamkeiten der Optimaten an den Anhängern
des Gracchus. Er wurde 123 durch Gaius Gracchus verbannt, 121 jedoch von
Lucius Calpurnius zurückgerufen.
(Literatur: LAW, Popilius Laenas 2. KlP, Popilius 9. RE, Popilius
28.)
Rubrius
(2. Jhd. v.Chr.)
Polit. Karriere: trib.pleb. 122.
Polit. Standpunkt: Wahrscheinlich Gegner des C. Sempronius Gracchus.
Kurzbiographie: Rubrius brachte 122 als Volkstribun den Gesetzesantrag
über die Gründung der Kolonie Karthago ein. Wahrscheinlich hat er zusammen
mit dem Urheber der legis repetundarum (gegen Bestechungen) und zugleich
mit seinem Kollegen Manius Acilius Glabrio auch eine lex Rubria Acilia
durchgebracht, die ca. auf 105 datiert wird.
(Literatur: KlP, Rubrius 3. RE, Rubrius 2.)
Rupilius,
P. (Anfang 2. Jhd. - um 130 v.Chr.)
Polit. Karriere: praet. um 135, cos. 132.
Polit. Standpunkt: Anhänger von Cornelius Scipio Aemilianus und
damit wahrscheinlich gegen Tib. Sempronius Gracchus.
Kurzbiographie: P. Rupilius begann im Dienst sizilischer Steuerpächter,
wo er sich die für die senatorische Laufbahn notwendigen Mittel beschaffte.
Eine weitere Hilfe beim Aufstieg war ihm die Verbindung zu Cornelius Scipio
Aemilianus, der ihn bei der Bewerbung ums Konsulat unterstützte. Rupilius
beendete 132 den Sklavenkrieg in Sizilien und ordnete die Verhältnisse
der Provinz durch die maßgebliche lex Rupilia.
(Literatur: LAW, Rupilius. KlP, Rupilius 3. RE, Rupilius 5.)
Sempronius
Tuditanus, C. (2. Jhd. v.Chr.)
Polit. Karriere: quaest. 145, praet. 132, cos. 129.
Polit. Standpunkt: Gegen die Landreform des Tib. Sempronius Gracchus.
Kurzbiographie: C. Sempronius Tuditanus besiegte in Illyrien die
Japyden. Durch die Aufnahme des Kampfes gegen die Illyrer entzog er sich
der ihm vom Senat übertragenen Richtertätigkeit in Streitsachen zwischen
der gracchischen Landverteilungskommission und Bundesgenossen, denen durch
diese Kommission Grundstücke weggenommen waren, und legte so die Landverteilung
lahm. Aus seiner literarischen Tätigkeit sind die "Libri magistratuum"
(mind. 13 Bücher) bekannt, in denen er Einrichtungen der res publica behandelte.
(Literatur: LAW, Sempronius 5. KlP, Sempronius 18. RE, Sempronius
92.)
Sempronius
Gracchus, C. (153 - 121 v.Chr.)
Polit. Karriere: trib.mil. 134-132(?), 133-121 triumvir agris iud.
assign., quaest. 126, proquaest. 125/124(?), trib.pleb. 123/122.
Polit. Standpunkt: Innenpolitischer Reformer.
Kurzbiographie: C. Sempronius Gracchus, Bruder des Tib. Sempronius
Gracchus, wurde nach Cicero durch den Mord an seinem Bruder, pietas, dolor
und magnitudo animi dazu getrieben, das Blut der Familie zu rächen. Im
Grunde aber war Gracchus von den gleichen Vorstellungen wie sein Bruder
beeinflußt. Er wollte in einem umfassenden Programm die Probleme der res
publica lösen. Die wichtigsten Anträge bezogen sich auf die Gerichte und
die Siedlungspolitik. Gracchus übertrug den Rittern die Besetzung der
Geschworenenkollegien und damit u.a. die Kontrolle über die in der Provinzialverwaltung
tätigen Senatoren (lex de repetundis). Diese an sich wohlgemeinte Maßnahme
war der Anlaß zu verschiedenen Auseinandersetzungen zwischen Senat und
Ritterschaft, welche jetzt einen öffentlichen politischen Tätigkeitsbereich
erhalten hatte. In Gracchus Agrarreform war neu vor allem, daß er für
die Kolonisation außeritalisches Land vorsah und daher den Besitz der
socii unberührt ließ. Durch gesetzliche Herabsetzung des Getreidepreises
suchte er die städtische Plebs zu gewinnen. Den Latinern wollte Gracchus
das Bürgerrecht geben, den socii das Ius Latii: ein Ausgleich, der den
Veränderungen auf italischem Boden entsprach. Den Kampf gegen Gracchus
führte die Senatsmehrheit mit gleicher Politik wie gegen seinen Bruder,
das Gesetz über die Bürgerrechtsverleihung wurde abgelehnt und Gracchus
durch den Streit um die Kolonie Kathago zur Anwendung von Gewalt gezwungen.
Die Ritter waren, obwohl er sie nur begünstigt hatte (ihnen war von Gracchus
auch die Steuerpacht der reichen Provinz Asia zugesichert worden) auf
seiten des Senats - offenbar, um sich das Gewonnene zu erhalten. Bevor
die Gegner ihn greifen konnten, ließ sich Gracchus von einem Sklaven auf
dem Aventin töten, 3000 seiner Anhänger wurden umgebracht.
(Literatur: LAW, Gracchus 2. KlP, Gracchus 1. RE, Sempronius 47.)
Sempronius
Gracchus, Ti. (162 - 133 v.Chr.)
Polit. Karriere: quaest. 137, trib.pleb. 133.
Polit. Standpunkt: Reformer und Revolutionär.
Kurzbiographie: Ti. Sempronius Gracchus, Sohn der Cornelia und
des Ti. Sempronius Gracchus, zeichnete sich unter seinem Schwager, dem
jüngeren Scipio, vor Karthago 147/46 aus. Er wurde nach Abschluß des Mancinus-Vertrages
(137) angeklagt, da er wesentlich am Zustandekommen des Vertrages beteiligt
war. Nach Ciceros Meinung habe sich Gracchus deshalb von der Nobilität
abgewandt und sei ein popularis geworden. Persönliche Gegensätze, vor
allem zu Cornelius Scipio Aemilianus, sind nicht zu leugnen, aber Gracchus
wurde durch greifbare Mißstände (Ruin der freien Bauern, wachsende Zahl
besitzloser Bürger, Schwäche der röm. Heereskraft) zu seiner Reformgesetzgebung
angeregt:: 133 beantragte er als Volkstribun die Erneuerung eines älteren
Ackergesetzes (als Teil der licin.-sextin. Gesetze aus dem 4.Jhd.?). Er
forderte, den Anteil am ager publicus über eine bestimmte Fläche hinaus
(500 iugera und je 250 iugera für die beiden ältesten Söhne; leges Liciniae
Sextia) den bisherigen Besitzern gegen Entschädigung zu entziehen, um
Land für neue Bauernstellen mit geringer Pacht zu gewinnen (lex agraria).
Damit wurden die italischen socii, deren Besitz am ager publicus bedroht
war, in die inneren Angelegenheiten Roms mit einbezogen. Gracchus handelte
im Einvernehmen mit angesehenen nobiles (z.B. P. Licinius Crassus Mucianus
und P. Mucius Scaevola), das besitzlose Volk stimmte seinen Vorschlägen
begeistert zu. Den Widerstand der Senatsmehrheit brach Gracchus unter
Mißachtung geltenden Rechts, er ließ seinen Kollegen M. Octavius, der
sein Veto gegen den Entwurf eingelegt hatte, von der Volksversammlung
absetzen. Nach Annahme des Antrages wurde eine Dreimännerkomission für
die Landverteilung gebildet. Gracchus wollte durch die nochmalige Bewerbung
ums Tribunat (für 132) die begonnene Arbeit sichern und weitere Pläne
durchsetzen (Verwendung des pergamen. Erbes für die Plebs, Gerichtsreform,
Herabsetzung der Militärzeit). Am Wahltag beschloß der Senat ein consultum
ultimum, das Senatoren unter der Führung des Pontifex Maximus Cornelius
Scipio Nasica ausführten. Gracchus und viele seiner Anhänger (200-300)
kamen um. Die eingebrachten Gesetze blieben zwar in Kraft, wurden aber
weitgehend behindert. Im Urteil Ciceros wurden durch Gracchus das Volk
und der Senat in zwei Teile gespalten und die Einheit der Stände aufgehoben,
aber der Umsturz der bestehenden Ordnung lag Gracchus (und seinem Bruder)
fern.
(Literatur: LAW, Gracchus. KlP, Gracchus 8. RE, Sempronius 54.)
zusätzliche
quelleninformationen
Aquilius,
M. (2. Jhd. v.Chr.)
Polit. Karriere: praet. ca. 132, cos. 129, procos. 128/127.
Polit. Standpunkt: ----
Kurzbiographie: M´. Aquilius beendete als Nachfolger von M. Perperna
den Krieg in der Provinz Asia gegen Aristonikos, ordnete diese und stellte
die neuen Grenzen fest. Er feierte 126 seinen Triumph. Im Rom klagte man
ihn um 123 herum an, weil Mithridates V. ihn angeblich bestochen habe.
Aquilius wurde jedoch freigesprochen.
(Literatur: LAW, Aquilius 2. KlP, Aquilius 3. RE, Aquilius 10.)
Aurelius
Cotta, L. (1. Jhd. v.Chr.)
Polit. Karriere: quaest. ca. 81, praet. 70, cos. 65, cens. 64.
Polit. Standpunkt: ----
Kurzbiographie: L. Aurelius Cotta setzte als Praetor im Jahre 70
ein Gesetz durch, demzufolge die Kriminalgerichte künftig aus je einem
Drittel aus Senatoren, Rittern und Aeratribunen (wahrschnl. eine besondere
Censusklasse, die dem Rittern nahestand) bestanden (lex Aurelia iudicaria).
66 klagte er erfolgreich mit L. Manlius Torquatus die designierten Konsuln
der Wählerbestechung an und wurde daraufhin selbst gewählt. Er setzte
sich 57 maßgeblich für Ciceros Rückkehr aus dem Exil ein und stand in
gutem Verhätnis zu Caesar. Es ging Anfang 44 das Gerücht gegen Caesar
um, Aurelius Cotta werde am 15. März als Quindecimvir (ein Kollegium u.a.
zur Befragung des sybyllinischen Orakels) beantragen, Caesar aufgrund
eines sibyllinischen Spruchs zum König für die Provinzen zu ernennen.
(Literatur: LAW, Aurelius 3. KlP, Aurelius 13.)
Cassius
Longinus, C. (2. Jhd. v.Chr.)
Polit. Karriere: cos. 124.
Polit. Standpunkt: ----
Kurzbiographie: ----
(Literatur: KlP, Cassius 12. RE, Cassius 56.)
Cornelius
Scipio Calvus, Cn. (Anfang 3. Jhd. - 211 v.Chr.)
Polit. Karriere: cos. 222.
Polit. Standpunkt: ----
Kurzbiographie: Cn. Cornelius Scipio Calvus eroberte 222 Acerrae
und Mailand. Im 2. Punischen Krieg (218-201) ging er 218 als Legat mit
seinem Bruder P. Cornelius Scipio (cos. 218) nach Spanien, wo er 218-217
allein, seit Sommer 217 gemeinsam mit seinem Bruder das Kommando führte.
Obwohl sie von Rom aus nur schwach unterstützt wurden, gelang es den Brüdern,
eine starke Machtbasis zu schaffen. Beide fielen Anfang 211 kurz nacheinander.
Ihr Kommando übernahm der Sohn des P. Scipio, P. Cornelius Scipio Africanus.
(Literatur: LAW, Cornelius 33. KlP, Scipio 2, Cornelius 76. RE,
Cornelius 345.)
Cornelius
Scipio Nasica Corculum, P. (Ende 3. Jhd. - ca. 142 v.Chr.)
Polit. Karriere: aed. 169, praet. 165, cos. 162/155, cens. 159,
pont.max. 150, princeps senatus 147/142.
Polit. Standpunkt: Konservativ.
Kurzbiographie: Scipio Nasica Corculum bewährte sich 168/67 im
3. Makedonischen Krieg (171-168/67), besiegte 155 die Dalmater und verhinderte
um 154 den Bau eines Steintheaters als verderbliche Neuerung. Sein Konsulatsamt
162 mußte er kurze Zeit wieder durch Einwirkung des Tiberius Gracchus
sen. ablegen, da dieser anführte, daß bei der Wahl gegen die Auspicien
verstoßen wurde. Da er wahrscheinlich in der seit 201 geübten indirekten
Beherrschung Karthagos eine hinreichende Sicherung Roms sah, trat er seit
152 im Widerspruch zu Cato für eine Erhaltung der Stadt ein. Scipio Nasica
Corculum war berühmt für seine Beredsamkeit und Rechtskenntnisse.
(Literatur: LAW, Cornelius 35. KlP, Scipio 14, Cornelius 82. RE,
Cornelius 353.)
Cornelius
Scipio Africanus maior, P. (ca. 235 - 183 v.Chr.)
Polit. Karriere: trib.mil. 216, aed.cur. 213, cos. 205/194, cens.
u. princeps senatus 199.
Polit. Standpunkt: ----
Kurzbiographie: Scipio Africanus maior war zweifellos der größte
Feldherr Roms vor Caesar. Er nahm im 2. Punischen Krieg (218-201) an den
Schlachten gegen Hannibal am Ticinus (218) und bei Cannae (216) teil.
211/10 wurde er trotz seiner Jugend mit prokonsularischem Imperium nach
Spanien entsandt. Aufgrund seiner militärischen Erfolge (z.B. die Eroberung
von Karthago Nova 209) mußte Karthago 206 Spanien räumen. Ab 205 bereitete
er in Sizilien die Invasion Afrikas vor, die 204/203 durchgeführt wurde
und einige Erfolge brachte. Nach dem Scheitern der Friedensverhandlungen
203 kam es 202, nach Hannibals Rückkehr aus Italien, zur Entscheidungsschlacht
bei Zama, in der sich Scipio Afrikanus durch den Sieg über Roms derzeitig
stärksten Gegner als genialer Feldherr erwies. Der Friedensvertrag mit
Karthago 201 ist im wesentlichen sein Werk. Danach betätigte er sich als
politischer und militärischer Berater seines Bruders L. C. Scipio im Feldzug
gegen Antiochos III. 190. Der Argwohn der Aristokratie gegenüber dem mächtigen
Einzelnen führten seit 206 zu Intrigen gegen Scipio Africanus, deren Höhepunkt
die Scipionenprozesse (seit 187) gegen ihn und seinen Bruder waren (Vorwürfe
der Bestechung durch Antiochos und Unterschlagung). Nach der Verurteilung
seines Bruders zog er sich auf sein Landgut in Campanien zurück.
(Literatur: LAW, Cornelius 30. KlP, Scipio 10, Cornelius 70. RE,
Cornelius 336.)
Hostilius
Mancinus, C. (2. Jhd. v.Chr.)
Polit. Karriere: praet. um 140/136(?), cos. 137.
Polit. Standpunkt: ----
Kurzbiographie: Hostilius Mancinus übernahm den Oberbefehl in Spanien
gegen die Numantiner, wurde mehrfach geschlagen und 137 mit 30.000 Mann
von den Numantinern eingeschlossen. Gegen Übergabe der Ausrüstung und
(vermutlich) Anerkennung der Unabhängigkeit Numantias erreichte er, für
den Tiberius Gracchus die Verhandlungen führte, freien Abzug. Der Vertrag
wurde jedoch in Rom verworfen und Hostilius Mancinus sollte den Numantinern
ausgeliefert werden, die aber die Annahme verweigerten. In Rom stieß man
ihn aus dem Senat, nahm ihn aber später wieder auf.
(Literatur: LAW, Hostilius Mancinus. KlP, Hostilius 10. RE, Hostilius
18.)
Marcius
Rex, Q. (2. Jhd. v.Chr.)
Polit. Karriere: praet. ca. 121, cos. 118.
Polit. Standpunkt: ----
Kurzbiographie: Nachdem er den Tod seines Sohnes mit beispielhafter
Fassung getragen hatte, bekämpfte er die Stoener in den Alpen und triumphierte
117 de Liguribus Stoenis. In einem wohl anschließenden Gerichtsverfahren
wurde er von Marcus Antonius verteidigt und freigesprochen. 118 gründete
er zusammen mit C. Porcius Cato die Kolonie Narbo Martius.
(Literatur: KlP, Marcius 33. RE, Marcius 91.)
Munatius
Plancus, Cn. (um 100 v.Chr.)
Polit. Karriere: ----
Polit. Standpunkt: ----
Kurzbiographie: Bekannt ist nur, daß Gnaeus Munatius Plancus 91
vom Redner Lucius Crassus verteidigt wurde.
(Literatur: KlP, Munatius 7.)
Porcius
Cato, C. (2. Jhd. v.Chr.)
Polit. Karriere: praet. ca. 121, cos. 118.
Polit. Standpunkt: ----
Kurzbiographie: M. Pocius Cato gründete 118 zusammen mit Q. Marcius
Rex die Kolonie Narbo Martius und starb auf einer Reise in Afrika.
(Literatur: KlP, Cato 6. RE, Porcius 13.)
Octavius,
Cn. (Ende 3. Jhd. - 162 v.Chr.)
Polit. Karriere: aed. 172, praet. 168, propraet. 167, cos. 165,
decemvir sacr.fac. 169-162.
Polit. Standpunkt: ----
Kurzbiographie: Cn. Octavius ging 169 von Thessalien aus als Gesandter
nach Griechenland. Als Befehlshaber der römischen Flotte verfolgte Gnaeus
Octavius 168 den bei Pydna geschlagenen Makedonenkönig Perseus und erzwang
auf Samothrake die Kapitulation. 163/62 führte Octavius eine wichtige
römische Gesandtschaft nach Griechenland und Kleinasien, dabei wurde er
162 in Laodikeia (Syrien) ermordet. Octavius ließ die Porticus Octavia
erbauen.
(Literatur: LAW, Octavius. KlP, Octavius 7. RE, Octavius 17.)
Sempronius
Gracchus, Tib. (ca. 220 - 150 v.Chr.)
Polit. Karriere: trib.pleb. 187 o. 184, aed.cur. 182, praet. 180,
cos. 177/163, cens. 169, augur ab 204.
Polit. Standpunkt: ----
Kurzbiographie: Tib. Sempronius Graccus, Vater des Tiberius und
Gaius Gracchus, befand sich 190 in der Umgebung der Scipionen im Krieg
gegen Antiochos und ging als Gesandter zu Philipp V. von Makedonien. Er
wirkte 180-178 militärisch und besonders politisch erfolgreich in Spanien.
177/76 warf er einen Aufstand der Sarden nieder und gewann als Censor
wiederum Anerkennung und Ruhm. 165 und 162 war er als Gesandter im Osten.
Seine hohen Qualitäten als Feldherr, Diplomat und Politiker sind unbestreitbar.
(Literatur: LAW, Sempronius 3. KlP, Gracchus 7. RE, Sempronius
53.)
Servilius
Caepio, Q. (2. Jhd. v.Chr.)
Polit. Karriere: cos. 140.
Polit. Standpunkt: ----
Kurzbiographie: Q. Servilius Caepio erneuerte ohne zwingenden Grund
139 mit Billigung des Senats als proconsul in Hispania ulterior den Krieg
gegen Viriathus und ließ ihn, als es zu keine militärischen Erfolg kam,
kaltblütig ermorden.
(Literatur: KlP, Servilius 13. RE, Servilius 49.)
Sextius
Calvinus, C. (2. Jhd. v.Chr.)
Polit. Karriere: cos. 124, procos. ab 123.
Polit. Standpunkt: ----
Kurzbiographie: C. Sextius Calvinus setzte als Konsul und als Prokonsul
den Kampf seines Vorgängers M. Fulvius Flaccus gegen die Ligurer, Vocontier
und Salluvier fort, gründete 122 am Orte seines Sieges über die Salluvier
das nach ihm benannte Castellum Aquae Sextiae und feierte in Rom einen
Triumph über die drei Völkerschaften.
(Literatur: KlP, Sextius 4. RE, Sextius 20.)
Viriathus
(ca. 190 - 139 v.Chr.)
Kurzbiographie: Viriathus, ein Lusitanier, war in seiner Jugend
Hirte und Bandenführer, seit 147 oberster Führer der Lusitanier und kämpfte
als Meister des Guerillakrieges gegen Rom für die Unabhängigkeit seiner
Heimat. Nachdem er 147 gegen den Praetor Vetilius das Baetistal erobert
und 146 die Hispania ulterior samt einem Teil der Nordprovinz beherrscht
hatte, verlor er 144 des Baetistal an Q. Fabius Maximus Aemilianus, der
als Konsul 145 gegen ihn entsandt worden war. Nach wechselvollen Kämpfen
errang Viriathus 140 bei einem neuen Einfall in die Südprovinz seinen
größten Erfolg: zum Friedensschluß gezwungen, bestätigte Q. Fabius Maximus
Servilianus dem zum amicus populi Romani erklärten Viriathus die besetzten
Gebiete als unabhängiges Besitztum. Schon 139 annulierte der Senat diesen
Vertrag. Durch Erfolge des Prokonsuls Q. Servilius Caepio zu Friedensverhandlungen
genötigt, wurde Viriathus durch seinen eigenen, von Caepio angestifteten
Gesandten 139 meuchlings ermordet. Seine Kampfgenossen wurden 138 in Valentia
angesiedelt.
3.
die amtsinhaber der gracchenzeit
die
zeit des ti. sempronius gracchus
136
Konsuln: L. Furius Philus, Sex. Atilius Serranus
Censoren: App. Claudius Pulcher, Q. Fulvius Nobilior
Praetoren: P. Mucius Scaevola, Manilius, L. Tremellius Scrofa
Volkstribunen: P. Rutilius
Promagistrate: M. Aemilius Lepidus Porcina, D. Iunius Brutus Callaicus
Legaten: L. Cornelius Cinna, L. Caecilius Metellus Calvus, Flaccus, Q.
Caecilius Metellus Macedonicus, Q. Pompeius
135
Konsuln: Q. Ser. Fulvius Flaccus, Q. Calpurnius Piso
Praetoren: M. Cosconius, P. Popillius Laenas, P. Rupilius
Kurul. Aedilen: C. Sempronius Tuditanus, Q. Minucius, L. Valerius Flaccus
Promagistrate: Sex. Atilius Serranus
134
Konsuln: P. Cornelius Scipio Aemilianus Africanus, C. Fulvius Flaccus
Praetoren: P. Licinius Crassus Dives Mucianus, L. Valerius Flaccus
Quaestoren: Q. Fabius Maximus Alobrogicus
Promagistrate: M. Cosconius
Militärtribunen: P. Rutilius Rufus, Memmius, Sempronius Asellio, C. Sempronius
Gracchus
Legaten: Q. Fabius Maximus Aemillianus
133
Konsuln: P. Mucius Scaevola, L. Calpurnius Piso Frugi
Praetoren: App. Claudius, M. Perperna, C. Popillius (praet.urb.), L. Rupilius
Pleb. Aedilen: Lucretius Vespillo
Volkstribunen: Tib. Sempronius Gracchus, Q. Mucius, M, Octavius, Rubrius,
P. Satureius
Promagistrate: P. Cornelius Scipio Aemilianus Africanus, D. Iunius Brutus
Callaicus
Triumvir agris iudicandis assignandis: Tib. Sempronius Grachus, C. Sempronius
Gracchus, App. Claudius Pulcher,
P. Licinius Crassus Dives Mucianus (nach dem Tod des Tiberius Gracchus)
132
Konsuln: P. Popilius Laenas, P. Rupilius
Praetoren: M´. Aquilius, C. Sempronius Tuditanus
Quaestoren: Q. Fabius Maximus Eburnus
Promagistrate: P. Cornelius Scipio Aemilianus Africanus, M. Perperna
Legaten: P. Cornelius Scipio Nasica Serapio
131
Konsuln: P. Licinius Crassus Dives Mucianus, L. Valerius Flaccus
Censoren: C. Caecilius Metellus Macedonicus, Q. Pompeius
Praetoren: T. Annius Rufus, Cn. Octavius
Volkstribunen: C. Atinius Labeo Macerio
130
Konsuln: L. Cornelius Lentulus, M. Perperna Suff.: App. Claudius
Pulcher
Praetoren: L. Cassius Longinus Ravilla, L. Cornelius Cinna, C. Marcius
Figulus
Volkstribunen: Q. Aelius Tubero, C. Papirius Carbo
Promagistrate: P. Licinius Crassus Dives Mucianus
IIIvir a. i. a.: C. Sempronius Crassus, M. Fulvius Flaccus, C. Papirius
Carbo
129
Konsuln: C. Sempronius Tuditanus, M´. Aquilius
Praetoren: M. Aemilius Lepidus, L. Aurelius Orestes, Tib. Latinius Pandusa
Militärtribunen: Q. Servilius Caepio
Legaten: Cn. Domitius Ahenobarbus, D. Iunius Brutus Callaicus
die
zeit des c. sempronius gracchus
124
Konsuln: C. Cassius Longinus, C. Sextius Calvinus
Praetoren: Q. Fabius Maximus Allobrogicus
Promagistrate: L. Aurelius Orestes, M. Fulvius, C. Sempronius Gracchus
123
Konsuln: Q. Caecilius Metellus Baliaricus, T. Quinctius Flaminius
Praetoren: Sex. Iulius Caesar, P. Manilius, C. Papirius Carbo
Aedilen: M. Iunius Pennius
Volkstribunen: C. Sempronius Gracchus, M. Iunius Silanus, Aufeius
Promagistrate: L. Aurelius Orestes, Q. Fabius Maximus Allobrogicus, M.
Fulvius Flaccus, C. Sextius Calvinus
122
Konsuln: C. Domitius Ahenobarbus, C. Fannius
Praetoren: L. Aurelius Cotta, L. Caecilius Metellus Delmaticus
Kurul. Aedilen: M. Aemilius Scaurus
Volkstribunen: C. Sempronius Gracchus, M´. Acilius Glabrio, M. Fulvius
Flaccus, M. Livius Drusus, C. Rubrius,
Cn. Marcius Censorinus
Promagistrate: L. Aurelius Orestes, Q. Caecilius Metellus Baliaricus,
C. Sextius Calvinus
121
Konsuln: L. Opimius, Q. Fabius Aemiliani Maximus Allobrogicus
Praetoren: Q. Marcius Rex, M. Porcius Cato, C. Scribonius Curio
Volkstribunen: M. Minucius Rufus, Maevius
Quaestoren: C. Marius
Promagistrate: Q. Caecilius Metellus Baliaricus, Cn. Domitius Ahenobarbus
Triumviri agris dandis oder coloniis deducendis: C. Sempronius Gracchus,
M. Fulvius Flaccus, C. Papirius Carbo
C. Sulpicus Galba, C. Papirius Carbo, L. Calpurnius Bestia
120
Konsuln: P. Manilius, C. Papirius Carbo
Censoren: Q. Caecilius Metellus Baliaricus, L. Calpurnius Piso Frugi
Praetoren: L. Caecilius Metellus Diadematus, Q. Mucius Scaevola
Volkstribunen: L. Calpurnius Bestia, P. Decius
Quaestoren: P. Albius
Promagistrate: Cn. Domitius Ahenobarbus, Q. Fabius Maximus Allobrogicus
|