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knowledge base

 
kurzviten antiker autoren und persönlichkeiten

 

 

inhalt

 

tabellarische auflistung

person wirken lebenszeit
Aischylos griech. Dramatiker 525-456 v.Chr.
Aisopos griech. Fabeldichter 6. Jh. v.Chr.
Alexandros (d. Gr.) griech. Herrscher/Feldherr 356-13.6.323 v.Chr.
Alkman griech. Lyriker 2. Hälfte d. 7. Jh. v.Chr.
Antonius, M. röm. Politiker/Feldherr 82-30 v.Chr.
Appian griech. Historiker ca. 90/100-160/165 n.Chr.
Aristides röm. Politiker/Stratege ca. 540-468 v.Chr.
Aristophanes griech. Komödiendichter ca. 445-386 v.Chr.
Aristoteles griech. Philosoph ca. 384-322 v.Chr.
Augustus röm. Prinzeps (Kaiser)/Feldherr 23.9.63 v.-19.8.14 n.Chr.
Cassius Dio Cocceianus röm. Magistrat/Historiker ca. 155-235 n.Chr.
Catull (C. Valerius Catullus) röm. Lyriker ca. 87/84-54 v.Chr.
Cicero, M. Tullius röm. Politiker/Rhetoriker 106-43 v.Chr.
Cornelius Sulla, L. röm. Feldherr/Politiker 138-78 v.Chr.
Demokrit griech. Philosoph 460-371 v.Chr.
Demosthenes athen. Rhetoriker/Politiker 384-322 v.Chr.
Diodorus Siculus griech. Historiker ca. 80-29 v.Chr.
Diogenes von Sinope griech. Philosoph ca. 412-323 v.Chr.
Ephoros griech. Historiker 4. Jh. v.Chr.
Epikur griech. Philosoph 341-270 v.Chr.
Euklid griech. Philosoph ca. 450-380 v.Chr.
Euripides griech. Dramatiker 485/84/80-406 v.Chr.
Flavius Valerius Constantinus I. oström. Kaiser 280-22.5.337 n.Chr.
Florus, P. Annius röm. Historiker ca. Anf. 1. Jh. n.Chr.
Gracchus, C. Sempronius röm. Volkstribun/Reformer 153-121 v.Chr.
Gracchus, Tib. Sempronius röm. Volkstribun/"Revolutionär" 162-133 v.Chr.
Hekataios griech. Logograph Ende 6. Jh. v.Chr.
Heraklit griech. Philosoph ca. 544-483 v.Chr.
Herodot griech. Historiker ca. 484-425 v.Chr.
Hesiod griech. Dichter um 700 v.Chr.
Homer griech. Dichter 8. Jh. v.Chr.
Horaz (Q. Horatius Flaccus) röm. Lyriker 8.12.65-27.11.8 v.Chr.
Iulius Caesar, C. röm. Politiker/Feldherr 13.7.100-15.3.44 v.Chr.
Iunius Brutus, L. röm. Politiker/Verschwörer 85-42 v.Chr.
Kleisthenes athen. Reformer 6. Jh. v.Chr.v.Chr.
Licinius Crassus, M. röm. Politiker 115-53 v.Chr.
Livius, T. röm. Historiker ca. 59 v.-17 n.Chr.
Lykurgos spartan. Staatsmann/Gesetzgeber 8. - 7. Jh. v.Chr
Marcus Aurelius Antonius röm. Kaiser 121-180 n.Chr.
Marius, C. röm. Politiker/Feldherr 156-13.1.86 v.Chr.
Martial (M. Valerius Martialis) röm. Dichter 40-120 n.Chr.
Miltiades athen. Politiker/Stratege ca. 550-489 v.Chr.
Ovid (P. Ovidius Naso) röm. Dichter 20.3.43 v.-ca. 18 n.Chr.
Peisistratos athen. Tyrann ca. 600-528/27 v.Chr.
Perikles athen. Politiker ca. 495-429 v.Chr.
Phaedrus röm. Fabeldichter frühes 1. Jh. n.Chr.
Phillipp II. makedon. Herrscher 382-336 v.Chr.
Pindaros griech. Dichter/Chorlyriker ca. 522/518-446 v.Chr.
Platon griech. Philosoph 427-347 v.Chr.
Plotin griech. Philosoph 204-270 n.Chr.
Plutarch griech. Biograph/Schriftsteller ca. 45-125 n.Chr.
Polybios griech. Historiker/Staatstheoretiker ca. 200-120 v.Chr.
Pompeius Magnus, Cn. röm. Feldherr/Politiker 106-48 v.Chr.
Porcius Cato Uticensis, M. röm. Politiker (Optimat) 95-46 v.Chr.
Porcius Cato Censorius, M. röm. Politiker/Schriftsteller 234-149 v.Chr.
Sallust (G. Sallustius Crispus) röm. Politiker/Historiker ca. 86-34 v.Chr
Sappho griech. Lyrikerin ca. 650-Anf. 6. Jh. v.Chr.
Scipio Africanus maior, P. Cornelius röm. Feldherr/Magistrat 235-183 v.Chr.
Seneca d. J. röm. Philosoph/Staatsmann ca. 4 v.-65 n.Chr.
Sokrates griech. Philosoph 470-399 v.Chr
Solon athen. Reformer/Dichter 640-560 v.Chr.
Sophokles griech. Dramatiker ca. 496-406 v.Chr.
Sueton (C. Suetonius Tranquillus) röm. Biograph/Magistrat ca. 70-140 n.Chr.
Tacitus, P. Cornelius röm. Historiker/Magistrat ca. 55-120 n.Chr.
Themistokles athen. Politiker/Stratege 524-459 v.Chr.
Theophrast griech. Philosoph 373-288 v.Chr.
Theopomp griech. Historiker/Rhetor ca. 377-318 v.Chr.
Thukydides griech. Historiker ca. 455-396 v.Chr.
Tiberius Claudius Nero röm. Kaiser 42 v.Chr.-16.3.37 n.Chr.
Velleius Paterculus röm. Militär/Historiker 20 v.-30/35 n.Chr.
Vergil (P. Vergilius Maro) röm. Epiker 15.10.70-21.9.19 v.Chr.
Xenophon griech. Historiker/Analytiker ca. 430-354 v.Chr.
Zosimos griech. Historiker 2. Hälfte d. 5. Jh. n.Chr.

 

antike historiker

Appian (ca. 90/100-160/165 n.Chr.)
Nationalität: Grieche, Historiker
Leben:
Appian, ein griech. Geschichtsschreiber, ist 90/100, spätestens aber unter Trajan geboren. In seiner Heimatstadt Alexandria in hoher öffentlicher Stellung; in Rom Advokat (beim Kaisergericht? des Fiskus?). Wurde im Alter Prokurator (unter Antonius Pius oder erst unter Marc Aurel und Verus), nachdem sich sein Freund Fronto mehrmals bei Pius für ihn verwendet hat.
Hauptwerk:
"Römische Geschichte": 24 Bücher von den Anfängen (Äneas) bis ins 2. Jhd. n.Chr., darunter 5 Bücher über die römischen Bürgerkriege/Revolutionszeit und geographisch/ethnographisch geordnet nach Reihenfolge der Länder, die mit Rom in Berührung kamen. Sie sind ungef. 160 n.Chr. entstanden.

Cassius Dio Cocceianus (ca. 155-235 n.Chr.)
Nationalität: Römer
Leben:
Cassius Dio wurde geboren als Sohn des röm. Senators und Statthalters von Kilikien und Dalmatien unter Kaiser Antonius Pius oder Marc Aurel in Nicaea (Bithynien). Er war Senator unter Commodus; von Pertinax zum Prätor designiert (193); unter Macrinus curator (legatus) ad corrigendum statum über Pergamon und Smyrna; unter Severus Alexander Legat in Afrika; cons.suff. etwa 223/4; Statthalter von Dalmatien und Oberpannonien; 229 consul ordinarius und collega des Kaisers, dann zog er sich aus dem öffentlichen Leben in die Heimat zurück.
Hauptwerk:
"Römische Geschichte": 80 Bücher von den Anfängen bis zum Jahre 211 n.Chr.

Diodoros Siculus (ca. 80-29 v.Chr.)
Nationalität: Grieche
Leben:
Seine Leben ist kaum bekannt. Er weilte längere Zeit in Rom und war wahrschnl. 60/56 in Ägypten. Er arbeitete 30 Jahre lang an seiner "Bibliotheke".
Hauptwerk:
"Historische Bibliothek", 40 Bücher Weltgeschichte, von der die Bücher 1-5 und 11-20 vollständig erhalten sind. Thematik: Frühgeschichte bis zu Caesars Zeit (einschließlich Geschichte Ägyptens, Assyriens, Mediens, Indiens und die Inseln des westl. und östl. Mittelmeeres) und Hauptquelle u.a. für die Geschichte Siziliens und des sizilischen Sklavenaufstandes.

Ephoros (4. Jhd. v.Chr.)
Nationalität: Grieche
Leben:
Es ist nur rel. wenig bekannt. Herkunft wahrschnl. aus Kyme (Kleinasien), Zeitgenosse des Theopomp.
Hauptwerk:
Universalgeschichte Griechenlands von der Dorischen Wanderung bis 340 v.Chr. (nur fragmentarisch Erhalten).

Florus, Publius Annius (um Anf. 1.Jhd.)
Nationalität: Römer
Leben:
Florus lebte wahrscheinlich unter Kaiser Hadrian um die Jahrhundertwende herum.
Hauptwerk:
"Epitoma de Tito Livio": 2 Bücher über die Kriege Roms von der Gründung bis Augustus.

Hekataios (Ende 6.Jhd. v.Chr.)
Nationalität: Grieche
Leben:
Hekataios von Milet, griechischer Logograph, lebte ungef. gegen Ende des 6 Jhd.´s. Gute Beobachtungsgabe, solides Wissen, ausgedehnte Reisen (Asien, Europa), sowie genaue Kenntnis fremder Völker und Sitten befähigten Hekataios zur Abfassung historischer Werke und zu politischer Urteilsfähigkeit, besonders während des Ionischen Aufstandes, an dem er führend teilnahm. In seiner Geschichtsauffassung ist er stark von Mythen, Sagen und Fabeln abhängig, die er z.T. umbildete. Er beeinflußte stofflich und methodisch die Geschichtsschreibung Herodots (Verbindung von Geographie, Ethnographie und Geschichte), schrieb jedoch selbst in einem ionschen Dialekt.
Hauptwerk:
"Rundreise": Länderbeschreibung von Asien und Europa.
"Genealogien": 4 Bücher, die Stammbäume adliger Geschlechter beschreiben.

Herodot (ca. 484-425 v.Chr.)
Nationalität: Grieche, Historiker
Leben:
Herodotos wurde in Halikarnassos als Sohn von Lyxes geboren und war vermutlich karisch-griechischer Abstammung. Als Gegner des Tyrannen Lygdamis floh er während polit. Wirren zeitweise nach Samos. H. unternahm ausgedehnte Reisen (zw. 455 und 444) und kannte deshalb gut die kleinasiat. Küstengebiete mit den vorgelagerten Inseln, Teile von Vorderasien, Ägypten, Kyrene, die syr.-phönik. Küste mit Zypern, den Pontos (u.a. Krim) und Hellespont, Thrakien und Makedonien.Von Bedeutung für seinen Bildungsgang blieb sein Aufenthalt in Athen Mitte der vierziger Jahre: Freundschaft mit Perikles und Sophokles, Kontakt zur Familie Kimons, Anregungen durch die Sophistik und Naturwissenschaft, Reisen im griech. Mutterland, z.B. nach Sparta und Delphi und zu den Schlachtfeldern des Perserkrieges. 444/43 war H. an der auf Perikles´ Veranlassung durchgeführten Kolonisation von Thuroi (Unteritalien) beteiligt, wo er nach weiteren Reisen die letzten Jahre seines Lebens verbrachte.
Hauptwerk:
"Histories Apodexis" ("Darlegung der Erkundungen"), ein von den Alexandrinern in 9 Bücher eingeteiltes und im 2. Jhd. n.Chr. nach den 9 Musen benanntes Werk, in dem Herodot stolz und selbstbewußt darlegt, was er erkundet hat (v.a. die Schilderung des großen Perserkrieges).

Livius, Titus (ca. 59 v.Chr.-17 n.Chr.)
Nationalität: Römer
Leben:
Livius, ein in Patavium (Padua) geborener Geschichtsschreiber, wuchs in einer Umhebung auf, die in ihren Lebensformen und Anschauungen noch der alten Tradition verhaftet war. In seiner Jugend erlebte er den Todeskampf der Republik, 28 Jahre zählte er, als mit der Entscheidung von Actium (31 v.Chr.) die Ära der Bürgerkriege ihren Abschluß fand. Die eigentliche Zeit seines Wirkens fällt in die Regierung des Augustus, den er um drei Jahre überlebte. Von seinen äußeren Schicksalen ist wenig bekannt. Einen großen Teil seines Lebens scheint er in seiner Heimat zugebracht zu haben, einzelne Angaben in seinem Werk bezeugen uns längere Aufenthalte in Rom, wo er auch mit den führenden Männern in Verbindung trat. Fraglich ist, ob er größere Reisen unternommen hat. Politischer Ehrgeiz lag ihm fern. Frei von öffentlichen Pflichten, konnte er sich ganz seiner schriftstellerischen Tätigkeit widmen. Er ist der erste namhaft röm. Historiker, der ohne eigene politische und militärische Erfahrung Geschichte geschrieben hat.
Hauptwerk:
"Libri ab urbe condita" ("Annales" oder "Historiae"): Ein großes Geschichtswerk in 142 Büchern mit ca. 8400 Seiten, daß die Geschichte Roms von den Anfängen bis zum Tod des Drusus 9 v. Chr. erzählt. Erhalten sind die Bücher 1-10, 21-45 und Fragmente aus 91 und 120. Thematik: hauptsächlich Politik- und Kriegsgeschichte.

Polybios (ca. 200-120 v.Chr.)
Nationalität: Grieche, Historiker/Staatstheoretiker
Leben:
Polybios aus Megalopolis war Sohn eines polit. einflußreichen Strategen des Achäischen Bundes (Lykortas), Politiker und Reiterführer der Achäer (179/169). Während der Kriege Roms gegen Makedonien anfangs neutral, symphatisierte P. bald zurückhaltend mit den Römern. Nach dem römischen Sieg bei Pydna (168) von seinen Parteigegnern romfeindl. Haltung bezichtigt, wurde er 167 mit 1000 Angehörigen der achäischen Führungsschicht nach Italien verschleppt und in Rom 16 Jahre als Geisel interniert. Hier wurde er unter dem Einfluß des ihm befreundeten und der griech. Kultur gegenüber aufgeschlossenen jüngeren Scipio zu einem Bewunderer röm. Macht und Größe. In Begleitung Scipios, dessen Freundschaft ihm die Möglichkeit gab, seinen Mitgefangenen zu helfen, erlebte er die Zerstörung Karthagos (146), Korinths (146) und Numantias. Nach der Zerstörung Korinths setzte sich P. für die Schonung der Besiegten ein, die ihm dafür durch Errichtung einer Marmorstatue dankten. Auch an der polit. Neuordnung Achaias hatte P. anteil.
Hauptwerk:
"Weltgeschichte": 40 Bücher (5 erhalten), in er der die Zeit seit 264 v.Chr. (Pun. Kriege) zusammenfassend und die histor. Ereignisse von 211 bis 144 ausführlich in universalhistor. Zusammenhang schildert. Ziel seines Werkes ist die Darstellung des Aufstiegs Roms zur Weltmacht und die Herausbildung der welthistor. Mission der Römer bei der Konsolidierung des Mittelmeerraumes z.Zt. der Auflösung des griech. Staatensystems.

Sallust (Gaius Sallustius Crispus) (86-34 v.Chr.)
Nationalität: Römer, Politiker/Historiker
Leben:
Sallust schlug zunächst die politische Laufbahn ein. Als Gegner der Nobilitätsherrschaft und Anhänger der Popularen schloß er sich eng an Caesar an, von dem er eine Neuordnung der zerrütteten politischen Verhältnisse auf demokratisch-republikanischer Grundlage erhoffte. Nach seiner Quaestur (ca. 54) richtete er als Volkstibun 52 scharfe Angriffe gegen Cicero und dessen Parteigänger Milo. Auf Betreiben der Nobilität wurde er 50 angeblich wegen Unmoral, tatsächlich aber aus politischen Gründen aus der Senatsliste gestrichen, später aber durch Caesar wieder in den Senat aufgenommen. Nachdem er während des Bürgerkrieges auf der Seite Caesars gekämpft hatte, ernannte ihn dieser 46 zum Praetor mit prokonsularischen Befugnissen in der neuen Provinz Afrika, bei deren Verwaltung er sich persönlich so bereicherte, daß er sich nach seiner Rückkehr in Rom einen berühmten Luxuspark, die sog. ´Horti Sallustiani´ anlegen ließ. Nach Caesars Ermordung 44 zog sich Sallust tief enttäuscht vom politischen Leben zurück und widmete sich ganz der Geschichtsschreibung, wobei er weniger Wert auf eine exakte Forschung als auf eine philosophische Deutung des historischen Geschehens legte.
Hauptwerk:
"Coniuratio Catilinae": Monographie über die Verschwörung des Catilina 63. "Bellum Jughurtinum": Monographie über den Krieg gegen Jughurta 111-106. "Historiae": Zeitgeschichte der Jahre 78-67 und reifstes Werk des Sallust.

Tacitus, Publius Cornelius (ca. 55-120 n.Chr.)
Nationalität: Römer, Historiker/Beamter
Leben:
Tacitus, der letzte bedeutende röm. Historiker, stammte aus einer vornehmen Familie aus der Narbonensis oder Cisalpina und erhielt eine sorgfältige rhetorische Ausbildung in Rom bei T. Aper und I. Secundus, so daß er bereits in jungen Jahren ein gefeierter Redner war. Er heiratete 78 die Tochter des Konsuls Julius Agricola, war 88 Prätor und Quimdecimvir, 97 Konsul und übernahm 112/13 (?) als Prokonsul die Statthalterschaft in der röm. Provinz Asia. Tacitus war der Schlußpunkt der senatorischen Geschichtsschreiber, ein Republikaner und Tryannenfeind.
Hauptwerk:
"Historiae" und "Annales": Die Geschichte der röm. Kaiserzeit vom Tode des Augustus bis zur Ermordung Domitians (14-96). Von den zuerst entstandenen "Historiae" in 14 Büchern, in denen er die selbsterlebte Zeit (69-96) behandelt, sind nur die Bücher 1-4 und der Anfang des 5. Buches (69-70) erhalten. Von dem reifsten und letzten Werk, den Annalen in 16 Büchern (veröffentlicht zw. 115 und 117), die das frühere Werk gleichsam rückläufig bis zum Tode des Augustus fortsetzen - der eigentliche Titel lautet "Ab excessu divi Augusti" (Geschichte vom Tode des göttlichen Augustus) - sind die Bücher 1-6 (Tiberius 14-37) und 11-16 (Claudio und Nero 47-66) erhalten, Buch 5, 6 und 16 mit z.T. größeren Lücken. "Germania", ein zweiteiliges Werk über die Germanen.

Theopomp (ca 377-318 v.Chr.)
Nationalität: Grieche
Leben:
Theopomp aus Chios war Rhetor und Historiker, Schüler des Isokrates, 352 preisgekrönter Prunkredner bei den Leichenspielen des Mausolos und Vertreter der rhetorischen und psychologisierenden Geschichtsschreibung. Er berücksichtigte in seinen Darstellungen, die zahlreiche Exkurse über die mythische Vorzeit und über fremde Völker enthalten, besonders sittengeschichtliche Aspekte, um seinen Zeitgenossen unter Verwendung scharfer Invektiven einen moralischen Spiegel über manche Verfallserscheinungen vorzuhalten, deren Ursachen er weitgehend in schlechten Motiven der Politiker sah.
Hauptwerk:
"Hellenika": 12 Bücher (Ereignisse von 410-394, Aufstieg Spartas) als Fortsetzung von Thukydides.
"Philippika": 58 Bücher als eine griechische Geschichte während der Regierungszeit Philipps II. von Makedonien (360/59-336), in denen er dessen Taten verherrlicht.

Thukydides (ca. 455-396 v.Chr.)
Nationalität: Grieche, Historiker
Leben:
Thukydides stammte aus Athen, war reicher Pächter thrak. Goldbergwerke, Verwandter des Miltiades und polit. Anhänger einer gemäßigten Oligarchie. Sein Leben fiel in die Zeit heftiger machtpolit. Auseinandersetzungen zwischen Athen und Sparta um die Hegemonie in Griechenland. Als Stratege nahm T. am Peloponnesischen Krieg aktiv teil. 424 ging er nach einem milit. Mißerfolg im Kampf um Amphipolis für 20 Jahre u.a. auf sein thrak. Gut ins Exil. Er verfolgte weiterhin die polit. Entwicklung in Griechenland und beschrieb diese meisterhaft in seiner unvollendeten "Geschichte des Peloponnesischen Krieges" bis zum Jahre 411 auf der Grundlage des von ihm gesammelten Materials beider Parteien (fortgesetzt von Xenophon). Das erhaltene und später in acht Bücher eingeteilte Werk wurde postum herausgegeben.
Hauptwerk:
"Geschichte des Peloponnesischen Krieges": 8 Bücher, die den genannten Konflikt und seine Ursachen bis zum Jahre 411 beschreiben.

Velleius Paterculus (20 v.Chr-30/35 n.Chr.)
Nationalität: Römer
Leben:
Vell. Pat. stammte aus einer capuanischen Ritterfamilie und schlug, wie seine Vorfahren, die Offizierslaufbahn ein: um die Zeitenwende war er Militärtribun; im Gefolge des C. Caesar wurde er Augenzeuge der Begegnung Caesars mit dem Partherkönig; 4-12 praefectus equitum, dann legatus legionis unter Tiberius in Germanien und Pannonien; 7 Quästor, 15 Prätor.
Hauptwerk:
"Historia romana": 2 Bücher über die röm. Geschichte ab der Zerstörung Trojas bis 29 n.Chr. Veröffentlichung 30 n.Chr. Ein weltgeschichtliches Kompendium, das sich gegen Ende des ersten Buches zur rein römischen Geschichte verengt.

Xenophon (ca. 430-354 v.Chr.)
Nationalität: Grieche
Leben:
Xenophon war, obwohl nicht eigentlich philosophisch interessiert, Schüler des Sokrates. Er wuchs in Athen unter dem politischen Einfluß spartafreundlicher Aristokraten auf, welche die athenische Sklavenhalterdemokratie ablehnten. Unbefriedigt über die politische Entwicklung seiner Vaterstadt, beteiligte sich Xenophon an dem Unternehmen des jüngeren Kyros gegen Artaxerxes. Nach der Niederlage des Kyros bei Kunaxa 401 führten Xenophon und ein spartanischer Offizier die griechischen Söldner des Kyros unter Gefahren und Entbehrungen nach Thrakien zurück. Danach suchte Xenophon engeren Anschluß an das antidemokratische Sparta. Als Waffengefährte des von ihm bewunderten Königs Agesilaos nahm er 394 an einem Feldzug gegen das mit Athen verbündete Theben und an der Schlacht von Koroneia teil. Deswegen aus seiner Heimatstadt verbannt, zog er sich auf ein Landgut (bei Skillus unweit Olympia) zurück, mit dem ihn die Spartaner entschädigt hatten. Als die Eleer 370 Skillus besetzten, floh Xenophon nach Korinth, wo er nach Aufhebung seiner Verbannung starb.
Hauptwerk:
"Anabasis": Der Feldzug gegen Artaxerxes.
"Hellenika": Die griechische Geschichte von 411 bis zur Schlacht bei Mantineia 362.
Zahlreiche staatspolitische, gesellschaftsthematische und analytische Schriften.

Zosimos (2. Hälfte 5. Jhd.)
Nationalität: Grieche
Leben:
Zosimos war erklärter Christenfeind, evtl. mit Beziehungen zu Sophisten aus der Schule von Gaza. Sonst ist über sein Leben nichts bekannt.
Hauptwerk:
"Nea historia": 6 Bücher, die die Zeit von Kaiser Augustus bis zur Einnahme Roms durch Alarich 410 schildern.

 

antike schriftsteller und dichter

Alkman (2. Hälfte d. 7. Jhd. v.Chr.)
Nationalität: Grieche, Lyriker
Leben:
Alkman, ein wahrscheinlich ionischer Lyriker aus Sardes, galt als Sohn eines Sklaven und lebte als der erste bekannte Chormeister in Sparta. Er dichtete in dorischem Dialekt Mädchenchöre (Parthenien), Kultpoesie, die er selbst einstudierte und die an Götterfesten unter Tanz und Musik von Mädchenchören vorgetragen wurde.
Hauptwerk:
Ein Parthenion für die Göttin Orthia ist größtenteils erhalten, ansonsten sind nur Fragmente anderer Poesie vorhanden, in denen Alkman unterschiedliche Versmaße verwendete.

Aristophanes (ca. 445-386 v.Chr.)
Nationalität: Grieche, Komödiendichter
Leben:
Aristophanes war in seinen Mannesjahren der bedeutendste Repräsentant der Alten Komödie, die im Gegensatz zur Neuen Komödie der hellenistischen Epoche mit ihrem Spott, ihrer Satire und ihrer Kritik unmittelbar an den politischen, sozialen, pädagogischen und literarischen Auseinandersetzungen der Zeit teilhatte. In der athenischen Polisordnung fußend, machte sich Aristophanes zum Sprecher des konservativen Bauerntums gegen die Ansprüche der Oligarchen wie gegen tatsächliche oder vermeintliche Ansprüche der Demokratie. Als mutiger Vertreter der Interessen der attischen Landbevölkerung trat er mitten im Peloponnesischen Kriege entschieden für den Frieden ein. Die Werke seiner Spätzeit leiten bereits zu der die politischen Bezüge zurüchdrängenden Mittleren Komödie ein. Aristophanes´ Werk ist gekennzeichnet durch politisch-pädagogisches Verantwortungsbewußtsein, Urwüchsigkeit der Sprache, scharfen Witz, Einfallsreichtum und Nutzung der Bühneneffekte (z.B. drast. Kostümierung der Chöre).
Hauptwerk:
Von den mehr als 40 bekannten Stücken sind 11 vollständig erhalten:
"Acharner": Das ruhige Landleben eines biederen Bauern. "Die Ritter": Die Entmachtung des demagogischen Kriegstreibers Kleon. "Die Wolken": Angriff auf die sophistischen Erziehungsmethoden. "Die Wespen": Die Prozeßsucht der Athener. "Der Frieden": Vorwegnahme des sehnsüchtig erwarteten Friedens. "Die Vögel": Die Gründung eines ´Wolkenkuckucksheims´. "Die Frösche": Stück gegen Euripides. "Lysistrata": Die Frauen der beiden Kriegsparteien erzwingen den Frieden. "Thesmophoriazusen": Eine gesellschaftliche Satire gegen Euripides. "Das Frauenparlament": Stück gegen das euripideische Thema der gesellschaftlichen Stellung. "Der Reichtum": Forderung nach einer gerechten Verteilung der Güter.

Aischylos (525-456 v.Chr.)
Nationalität: Grieche, Dramatiker
Leben:
Aischylos, geboren in Eleusis (Attika) und gestorben in Gela (Sizilien), ist der erste durch sein Werk bekannte Dramatiker der Weltliteratur und ältester unter den drei klassischen Tragikern der Griechen (Aischylos, Sophokles, Euripides). Er war Sohn eines Großgrundbesitzers und kämpfte als schwerbewaffneter Hoplit bei Marathon und Salamis gegen die persischen Eindringlinge. Direkte politische Betätigung von Aischylos ist nicht bezeugt, doch lassen seine Stücke die politischen Überzeugungen und Intentionen des Dichters erkennen. Nach der Jahrhundertwende nahm er zum ersten mal an dem tragischen Agon teil, in dem er 13 Siege errang. Um Dramen aufzuführen, lebt er längere Zeit am Hofe des Tyrannen Hieron I. von Syrakus in Sizilien, wo ihn 456 der Tod ereilte. Aischylos hat der Tragödie ihre klassische Gestalt gegeben, indem er ihre kultische Bindung zurückdrängte und die Eigenständigkeit des Theaters herauskehrte, ferner werden ihm auch bühnntechnische Neuerungen verdankt. Die Erhabenheit des Gedankens, kühne Phantasie, dramatische Steigerung und pathetische Sprachgewalt kennzeichnen den Stil des Aischylos.
Hautwerk:
Von den 90 Tragödien des Aischylos sind 79 dem Titel nach bekannt und fragmentarisch erhalten. 7 sind vollständig überliefert:
"Die Perser": Verherrlichung der Größe Athens im Spiegel der persischen Niederlage. "Sieben gegen Theben": Der Sagenkreis um Oidipus und der Sieg der Polis- über die Gentilordnung. "Die Schutzflehenden": Die Abwehr des orientalischen Despotismus. Die Trilogie "Oresteia", bestehend aus "Agamemmnon", "Die Choephoren" und "Die Eumeniden": Das blutige Schicksal des Atridengeschlechtes. "Der gefesselte Prometheus": Darstellung des wachsenden Selbstbewußtseins des Polisbürgers.

Aisopos (6. Jhd. v.Chr.)
Nationalität: Grieche, Fabeldichter
Leben:
Die Lebensgeschichte des griechischen Fabeldichters Aisopos ist mit vielen legendären Zügen ausgestattet. Danach war er ein aus Phrygien oder Thrakien stammender Sklave und Krüppel, der auf Samos freigelassen lebte. Er wurde von Kroisos nach Delphi geschickt und von den delphischen Einwohnern aufgrund eines Streites vom Felsen gestürzt. Aisopos war der große Erzähler von Fabeln, in denen er in einer die einfachen Volksschichten ansprechenden Weise kurzweilige Unterhaltung und zum Nachdenken anregende Lehre vereinigte (soziale Erfahrungen der kleinen Leute). Die unter seinem Namen umlaufenden Fabeln sammelte Demetrios von Phaleron.
Hauptwerk:
Zahlreiche Fabeln und Tiergeschichten.

Catullus, Gaius Valerius (87 o. 84-ca. 54 v.Chr.)
Nationalität: Römer, Lyriker
Leben:
Catullus, geboren in Verona, stammte aus einer begüterten Familie und lebte in Rom als Mittelpunkt eines Geselligkeit und Freundschaft pflegenden, bohèmehaften Dichterkreises. Er war der bedeutendste der "Neoteriker" (Junge, Moderne). Der Tod seines Bruders war für ihn sehr schmerzhaft. Catullus unternahm heftige Angriffe auf seine Feinde, Caesar und dessen habgierige Anhänger. Schlichte Natürlichkeit, Frische, echte, leidenschaftliche Empfindung, Anmut und Zartheit, aber auch Derbheit, Schonungslosigkeit und maßlose Schärfe im Angriff sind in Catulls Dichtung verbunden mit der Formkunst des Hellenismus.
Hauptwerk:
Sein Werk umfaßt 116 Gedichte (1-60 kleinere in lyrischen Versmaßen, 61-68 größere, sog. hellenistische Gedichte und 69-116 Epigramme in elegischen Distichen) mit einer mannigfaltige Lebensbereiche berührenden Thematik.

Euripides (485/84 o. 480-406 v.Chr.)
Nationalität: Grieche, Dramatiker
Leben:
Euripides, geboren in Salamis, gestorben in Pella, war der jüngste der drei klassischen Tragödiendichter. Er stammte aus einer wohlhabenden Familie und ging 408 an den Hof des Archelaos in Pella (Makedonien). Von Euripides wurden 22 Tetralogien aufgeführt, darin siegte er jedoch nur viermal (1. Aufführung 455). Nach Aristoteles der "tragischste alle Dichter", gestaltete Euripides mit dem Stoff der alten Mythen Dramen, die geistige und soziale Probleme seiner krisenreichen Zeit widerspiegeln. Rationalismus, Skeptizismus, bohrendes Forschen, Infragestellung von unantastbar erachteter Tradition, reiche sprachliche Nuancierungen, Freude am Streitgespräch, psychologisch meisterhaft gezeichnete Gestalten und meisterhafte Botenberichte und Monologe als Ausdruck seelischen Kampfes zeichnen seine Dramen und seinen Stil aus.
Hauptwerk:
Erhalten sind 17 Tragödien und das Satyrspiel "Kyklops", u.a.:
"Alkestis": Opfertod der Frau für den dem Tod bestimmten Admetos. "Medeia": Rache der verratenen Frau. "Hippolytos": Liebe der Stiefmutter Phädra zu ihrem Stiefsohn Hippolytos. "Hekabe", "Andromache", "Die Troerinnen": Das Leid des Krieges und der Gefangenschaft und das durch Krieg zerstörte Leben. "Herakles": Herakles tötet im Wahnsinn Frau und Kinder. "Elektra", "Orestes", "Iphigenie in Aulis", "Iphigenie in Tauris": Die Gestaltung der Atridensagen mit Zweifeln an den herkömmlichen Göttervorstellungen. Weiterhin: "Helena", "Ion", "Herakliden", "Hiketiden"; "Die Phoinikerinnen".

Hesiod (um 700 v.Chr.)
Nationalität: Grieche, Dichter
Leben:
Hesiod gilt als der erste faßbare griechische bzw. europäische Dichter. Sein Vater stammte aus Kyme (Kleinasien) und siedelte nach Askra (Boiotien) über. Dort lebte Hesiod als freier Hirte und Bauer in bescheidenen Verhältnissen. Ungunst der Natur und der Druck des übermächtigen boiotischen Adels beeinflußten sein Leben und sein Bruder Perses betrog ihn schließlich um sein Erbe. Hesiod hatte die Kunst der Rhapsoden gelernt, selbst als einer gewirkt und einen Preis in Chalkis (Euboia) errungen. Für seine Dichtung übernahm er Form (epische Hexameter) und Sprache der homerischen Heldenepen und wirkte durch die Begründung der Gattung des Lehrgedichtes als Vorbild und Muster der späteren didaktischen Dichtung.
Hauptwerk:
"Theogonia" (Götterabstammung): Deutung der Welt durch den Mythos.
"Erga kai hemerai" (Werke und Tage): Subjektive Aussagen über die epische Dichtung.
"Aspis" (´Schild´ des Herakles) und "Ehoien" (Katalog von Frauen, die Stammütter von Adelsgeschlechtern wurden) sind nur fragmentarisch erhalten.

Homer (8. Jhd. v. Chr.)
Nationalität: Grieche, Dichter
Leben:
Über das Leben Homers ist nicht viel bekannt. Es wird vermutet, daß er ursprünglich Melesigenes hieß und aus der Gegend von Smyrna stammte. Neben ausgedehnten Reisen (Kyme, Phokaia, Erythrai, etc.) soll er sich hauptsächlich in Chios betätigt haben und verkehrte wahrscheinlich an verschiedenen Adelshöfen.
Hauptwerk:
"Ilias" und "Odyssee", die beiden Großepen über den Kampf um Troja und die Irrfahrt des Odysseus. Vermutlich ist die "Odyssee" nicht von Homer selbst verfaßt, sondern von einem seiner Schüler.

Horaz (Quintus Horatius Flaccus) (8.12.65-27.11.8 v.Chr.)
Nationalität: Römer, Lyriker
Leben:
Horaz, geboren in Venusia in Apulien als Sohn eines Freigelassenen (Steuereinnehmers), gilt als der größte römische Lyriker. Er genoß in Rom und in Athen, wo ihn die Begegnung mit griechischer Kunst, Literatur und Philosophie (u.a. bei dem Epikureer Philodemos) nachhaltig prägte, eine sorgfältige Ausbildung. Am Bürgerkrieg nahm er als Militärtribun auf der Seite der Caesarmörder an der Schlacht von Philippi 49 teil. Nach dem Verlust seines Besitzes fristete er, enttäuscht und pessimistisch, sein Leben als Schreiber im Staatsdienst. Nebenbei dichtete er Epoden, auch Jamben genannt, aus denen teils wegen der politischen Erlebnisse (andauernder Bürgerkrieg) Verzweifelung und Resignation (Aufforderung, auf die Inseln der Seligen auszuwandern), aber auch Verantwortungsbewußtsein gegenüber der Gesellschaft (Mahnung zu Eintracht und Frieden) spricht. Archilochos ist sein Vorbild in den meist Typisches angreifenden Epoden. Von Vergil wurde Horaz 38 bei Maecenas eingeführt. Dieser ermöglichte es ihm, sich sorgenfrei seiner Dichtung zu widmen (er erhielt ein sabinisches Landgut als Geschenk). Beide verband eine bis zum Tode währende Freundschaft. Mit seiner wirtschaftlichen Sicherstellung und durch seine Nähe zu Maecenas und Gaius Octavius (dem späteren Augustus) wandelte sich seine Haltung dem Leben gegenüber von bitterem Pessimismus zu Hoffnung auf Besserung und allmähliche Anerkennung und Bejahung der sich herausbilden Monarchie. Sprachdisziplin und -kunst, dichterische Kraft, Bildhaftigkeit, Symbolcharakter, Veranwortungsbewußtsein und eine scharf beobachtende, witzige Charakterzeichnung mit vollendeter Situationsschilderung zeichnen den Stil von Horaz aus, der bald "Schulautor" geworden ist.
Hauptwerk:
"Sermones": 2 Bücher Satiren mit Problemen der menschlichen Gesellschaft und Lebensführung.
"Epistulae": 2 Bücher mit ähnlichen Themen wie die "Sermones", jedoch mit mehr Selbstbiographie.
"Ars poetica": Brief mit Wesen und Aufgaben der Dichtkunst.
"Carmina": 4 Bücher Oden mit Themen der gesellschaftlichen Lebensführung und Mythen.

Martial (Marcus Valerius Martialis) (ca. 40-120 n.Chr.)
Nationalität: Römer, Dichter
Leben:
Martial, ein Meister des römischen Epigramms, wurde ca. 40 n.Chr. in Bilbilis (Spanien) geboren. Er lebte seit seiner Erhebung in den Ritterstand (64) in Rom, wo er Haus und Landgut besaß und als Klient materielle Sicherstellung durch Gönner und Freunde erfuhr (u.a. Seneca und Lukan). Um 98 kehrte er nach Bilbilis zurück, da er die Gunst der Kaiser Nerva und Trajan nicht erlangen konnte. Martials geist- und variationsreiche, feingeschliffenen Spottverse beinhalten schlagende Pointen und brillante Wortspiele. Er tritt als Sittenmaler menschlicher Schwächen und Dummheit auf und legt die Heuchelei, Verschwendung und den Zerfall der römischen Gesellschaft schonungslos bloß. Desweiteren schrieb er Lobgedichte auf die Kaiser und andere Gelegenheitsgedichte.
Hauptwerk:
15 Epigramme, darunter ein Buch über Schauspiele ("liber spectaculorum"), ein Buch "Xenia" (Buch 13) und das Buch "Apophoreta", Buch 14).

Ovid (Publius Ovidius Naso) (20.03.43 v.Chr.-ca. 18 n.Chr.)
Nationalität: Römer, Dichter
Leben:
Ovidius, geboren in Sulmo (Mittelitalien) als Angehöriger des Ritterstandes, gestorben in der Verbannung in Tomis am Schwarzen Meer, war ein bedeutender römischer Dichter und Meister der Elegie. Nach sorgfältiger Ausbildung in Rom und Athen und kurzer Tätigkeit in einem Amt wandte sich Ovid ganz der Dichtung zu und wurde ein gefeierter Dichter. Seinen Ruhm konnte auch seine Verbannung, teils aufgrund seiner Liebesdichtung, im Jahre 8 n.Chr. nicht schmälern. Der Gabe zu feiner psychologischer Beobachtung, seinem glänzenden Erzähltalent, seiner Anmut und rhetorischen Meisterschaft in der Darstellung und seiner vollendeten Formkunst steht oft eine Flachheit im Inhalt gegenüber.
Hauptwerk:
"Amores": 3 Bücher Liebeselegien, zum großen Teil Corinna gewidmet. "Metamorphoses": 15 Bücher, in denen 250 Verwandlungssagen von der Entstehung der Welt bis zur Vergöttlichung des Caesar verknüpft werden. "Fasti": 6 Bücher über Feste und Kultgebräuche der Römer. "Heroides": Liebesbriefe (15 Briefe, 3 Briefpaare) mythologischer Frauengestalten. "Ars amandi": 3 Bücher, die Anweisungen über Liebeserwerb und -erhalt geben. "Remedia amoris": Anweisungen, wie man sich von unerwünschter Liebe löst. "Tristia": 5 Bücher Klageelegien nach der Verbannung. "Epistulae ex Ponto": Briefe vom Pontos. "Ibis": Schmähgedicht gegen einen unbekannten Feind in Rom. "Halieutica": Unvollendetes Lehrgedicht über Fische und Fischfang. "Medea": Nicht erhalten gebliebene, von der Antike gerühmte Tragödie.

Phaedrus (frühes 1.Jhd. n.Chr.)
Nationalität: Römer, Fabeldichter
Leben:
Phaedrus, nur aus seinen eigenen Dichtungen bekannt, stammte aus Makedonien und wurde wahrscheinlich von L. Calpurius Piso Frugi als Kind nach Rom gebracht. Die Anfänge seiner schriftstellerischen Tätigkeiten sind wohl zur Zeit des Augustus anzusetzen. Unter Tiberius wurde er von Sejan (gest. 31 n.Chr.) angeklagt und wegen irgendeiner vermeintlichen, in den Fabeln begangenen Verleumdung, wie gewöhnlich angenommen wird, verurteilt. Doch hatte er nicht so schwer darunter zu gelitten, daß er nicht weiterhin als Schriftsteller hätte öffentlich auftreten können. Im letzten Buch der Fabeln stellt er sich als senex vor.
Hauptwerk:
5 Bücher, von denen viel verlorengegangen ist, mit Fabeln, die zur Erheiterung und moralischen Ermanung dienen sollen.

Pindaros (ca. 522 o. 518-446 v.Chr.)
Nationalität: Grieche, Chorlyriker/Dichter
Leben:
Pindar, geboren in Kynoskephalai bei Theben (Boiotien), gilt als bedeutendster griechischer Chorlyriker aus altem Adelsgeschlecht. Er erhielt seine Ausbildung in Athen, blieb jedoch trotz mancher Reisen an verschiedene Fürstenhöfe (z.B. 476 zu Hieron I. von Syrakus und Theron von Akragas auf Sizilien) seiner Vaterstadt treu. Für die Sieger bei den gesamthellenischen sportlichen Wettkämpfen in Olympia, Delphi, Nemea und auf dem Isthmos von Korinth dichtete und komponierte er Preislieder (Epinikia), Festchorgesänge, in denen er mit dem Preis des Siegers, eines Vertreters der Oberschicht, Mythenerzählungen und Spruchweisheit verband. In seinen Werken gibt Pindar in erlesener, anspruchsvoller, feierlich erhabener Sprache und kunstvollem Strophenaufbau dem Lebens- und Wertegefühl der Aristokratie Ausdruck und stellt deren Selbstbewußtsein mit dem zentralen Begriff der Areté ins Zentrum seiner Dichtung. In den konservativen Kreisen des thebanischen Adels lebend, der z.Zt. der Perserkriege mit den Persern sympathisierte, stand Pindar der athenischen Demokratie innerlich fern, pries jedoch Athens Sieg über die Perser. Pindar bediente sich der dorischen Kunstsprache.
Hauptwerk:
4 Bücher "Epinikia" sind erhalten. Desweiteren zahlreiche Fragmente von Götterhymnen, Tanzliedern, Prozessionsliedern, Dithyramben, Parthenien und Paiane.

Plutarch (ca. 45-125 n.Chr.)
Nationalität: Grieche, Biograph/Schriftsteller
Leben:
Plutarch wurde als Sohn einer alteingesessenen, wohlhabenden Familie in Chaironeia (Böotien) geboren. Nach dem Studium in Athen war er in seiner Vaterstadt Archon und gleichzeitig Priester in Delphi. Reisen, u.a. nach Ägypten und Italien, z.T. in polit. Mission, galten auch Vorträgen und Begegnungen mit bedeutenden Männern seiner Zeit (z.B. mit den Kaisern Trajan und Hadrian). In einem großen Freundes- und Familienkreis widmete er sich gepflegter Geselligkeit und der Erörterung von wissenschaftl. oder populärwissenschaftl. Fragen verschiedener Lebensbereiche. Seine Schriften spiegeln dieses rege geistige Leben wieder. Aus dem Unterricht für die eigenen und die Kinder wohlhabender Mitbürger entwickelte sich eine Art Privatakademie, an der P. lehrend wirkte.
Hauptwerk:
24 Biographienpaare, in denen er bedeutende Griechen und Römer vergleicht. Außerdem Biographien römischer Kaiser von Augustus (27 v.Chr. - 14 n.Chr.) - Vitellius (69 n.Chr.) und andere Einzelbiographien. Weiterhin verfaßte er zahlreiche philosophische Abhandlungen und Dialoge (Moralia).

Sappho (ca. 650-Anfang 6.Jhd.)
Nationalität: Griechin, Lyrikerin
Leben:
Sappho, geboren in Eresos auf der Insel Lesbos, ist die bedeutendste Lyrikerin der Antike. Sie stammte aus dem Adel und lebte in Mytilene auf Lesbos, mußte jedoch eine Zeitlang um 600 (603-595) herum in den mit dem Aufkommen der Tyrannis entstehenden Wirren in der Verbannung in Syrakus leben. Sie scharte in Mytilene einen Kreis adliger Mädchen um sich und unterwies sie bis zu ihrer Heirat in den Lebensformen des Adels, in Musik, Dichtung und Tanz. Die in äolischem Dialekt geschriebenen Gedichte sind v.a. ihren Schülerinnen, den Musen, ihrer Tochter Kleis und ihrem Bruder gewidmet und zeichnen sich durch tiefe Gefühlsstärke und -innigkeit, dichterische Ausdruckskraft und Schönheit, starkes Naturempfinden und nuancenreichen Wohlklang der Sprache aus.
Hauptwerk:
Zahlreiche, fragmentarisch (2 vollständig) erhaltene Gedichte.

Sophokles (ca. 496-406 v.Chr.)
Nationalität: Grieche, Dramatiker
Leben:
Sophokles, geboren in der attischen Gemeinde Kolonos bei Athen, gestorben in Athen, war einer der drei großen klassischen Tragiker. Als Sohn eines reichen Waffenfabrikanten führte er 480 bei der Siegesfeier von Salamis als Ephebe den Knabenchor an, war 443 Schatzmeister des Attischen Seebundes, 441 Stratege neben Perikles und führte 420 den Asklepioskult in Athen ein. Nach seinem Tode wurde er als Heros Dexion verehrt. Er siegte, in seiner gewinnenden, liebenswürdigen Art von seinen Mitbürgern geachtet und geliebt, in 24 Stücken, erstmalig 468. Seine Werke verarbeiten Stoffe der Mythologie. Er verherrlichte Athen, hielt an überkommenen religiösen Anschauungen fest und gestaltete seine Personen aus ihrer im Mythos der epischen Tradition festgelegten Handlungsweise, die er psychologisch aus ihrem Charakter heraus motivierte.
Hauptwerk:
123 Dramen, davon 7 ganz und viele nur fragmentarisch erhalten:
"Aias": Darstellung des Selbstmordes des Helden im von Athena gesandten Wahnsinnsanfall. "Philoktetes": Schicksal des von den nach Troja segelnden Griechen auf einer öden Insel ausgesetzten Helden. "Trachiniai": Darstellung des Todes des Herakles. "Oidipus tyrannos" und "Oidipus auf Kolonos": Schicksal und Ende des Thebanerkönigs. "Antigone": Oidipus Tochter bestattet wider Kreons Gebot auch den gefallenen Bruder Polyneikes. "Elektra": Der von Orestes verübte Muttermord an Klytämnestra.

Sueton (Gaius Suetonius Tranquillus) (ca. 70-140 n.Chr.)
Nationalität: Römer, Biograph/Beamter
Leben:
Sueton, ein röm. Biograph, dürfte aus Hippo Regius stammen. Er war mit C. Septicius Clarus, Stadtpräfekt 119-121, und dem jüngeren Plinius befreundet, der ihm von Trajan das ius trium liberorum verschaffte und ihn wohl auch in Bithynien bei sich hatte. Sueton erhielt die Ämter a studiis, a bibliothecis und ab epistulis, letzteres sicher unter Hadrian. Im Herbst 121 entfernte ihn der Kaiser von diesem Amt, wie auch den Septicius Clarus nach Plotinas Tod von der Stadtpräfektur. Dies geschah im Zuge der Auswechselung jener Beamter, die zur alten Garde Trajans und der Plotina gehört hatten.
Hauptwerk:
Biographien von 12 Kaisern, von Caesar bis Domitian, gewidmet dem Septicius Clarus.
"De viris illustribus": Eine Sammelbiographie mit Kurzviten von Dichtern, Historikern, etc.

Vergil (Publius Vergilius Maro) (15.10.70-21.09.19 v.Chr.)
Nationalität: Römer, Epiker
Leben:
Vergil, geboren in Andes bei Mantua, gestorben in Brundisium, gilt als der bedeutendste römische Epiker und war schon zu Lebzeiten eine Berühmtheit. Er stammte aus gesicherten Verhältnissen und lebte nach einer sorgfältigen Ausbildung in Rhetorik und Philosophie in Cremona, Mailand und Rom meist zurückgezogen in Neapel, anfangs in einem Kreis Gleichgesinnter bei dem epikureischen Philosophen Siro in Neapel. Die Landverteilung an die Veteranen des Octavius traf auch das väterliche Besitztum, durch Vermittlung von Freunden wurde er jedoch mit Octavius bekannt, der ihn entschädigte und dafür von Vergil gottähnlich verehrt wurde. Vergils Dichtungen sind Sprachkunstwerke höchsten Ranges, die sich durch Ausgewogenheit der Komposition, Symbolkraft der Aussagen und einen nie wieder erreichten Wohlklang der Sprache auszeichnen.
Hauptwerk:
"Bucolica" oder "Eclogae": 10 Hirtengedichte mit teils autobiographischen Zügen, entstanden zwischen 42 und 39.
"Georgica": Lehrgedicht über den Landbau mit Darstellung der Arbeitswelt eines gesunden, arbeitsamen Bauernstandes.
"Aeneis": Das Schicksal des Äneas von der Eroberung Trojas bis zum Sieg über den italischen Rutulerfürsten Turnus. Das Werk wurde gegen den Willen Vergils zum römischen Nationalepos.

 

antike philosophen

Aristoteles (ca. 384-322 v.Chr.)
Nationalität: Grieche, Philosoph/Naturwissenschaftler/Schriftsteller
Leben:
Aristoteles stammt aus Stageira im Grenzgebiet zwischen Thrakien und Makedonien und gilt neben Platon als bedeutenster Denker der Antike. Sein Vater Nikomachos war Leibarzt des makedonischen Königs Amyntas. 367 wurde A. Schüler Platons in Athen und blieb bis zu dessen Tod 348/47 Mitglied der Schule. Dann verläßt A. Athen und hält sich bis 345 beim Fürsten Hermeias (I.) v.Atarneus auf, dann Aufenthalt in Mytilene auf Lesbos. 345 kehrte er nach Athen zurück und gründete die peripatetische Schule. 343 wurde er auf Geheiß Phillip II. Lehrer Alexanders des Großen. Nach Alexanders Tod 323 von polit. Gegnern verleumdet und der Asebie angeklagt, ging er 322 nach Chalkis auf Euböa ins Exil, wo er im gleichen Jahr erkrankte und starb.
Hauptwerk:
"Metaphysik": Darstellung der allem Existierenden gemeinsamen Prinzipien. "Organon": Erkenntnistheoret. und log. Hauptwerk des Aristoteles. "Physik": 8 Bücher, "Tiergeschichte": 10 Bücher, "Von der Seele": 3 Bücher. "Politik": 7 Bücher, politisches Hauptwerk. "Nikomachische Ethik": 10 Bücher, ethisches Hauptwerk. "Poetik": Ästethisches Hauptwerk. "Staat der Athener": Staatspolit. Werk in zwei Teilen. Der erste behandelt athenische Verfassungsgeschichte bis in A. Zeit, der zweite beschreibt den aktuellen Zustand der athen. Demokratie in A. Zeit.

Demokrit (460-371 v.Chr.)
Nationalität: Grieche, Philosoph
Leben:
Demokrit aus Abdera war der Hauptvertreter der Atomistik und der Philosophenschule von Abdera, das damals eine reiche Handelsstadt mit hoher Kultur war. Er war ideologischer Repräsentant der antiken Sklavenhalterdemokratie und unternahm weite Reisen, hinterließ eine Fülle philosophischer und naturwissenschaftlicher Schriften und war an enzyklopädischer Gelehrsamkeit nur mit dem später lebenden Aristoteles zu vergleichen.
Hauptwerk:
Von seinen Werken sind nur Fragmente erhalten.

Diogenes von Sinope (ca. 412-323 v.Chr.)
Nationalität: Grieche, Philosoph
Leben:
Diogenes war kynischer Philosoph und bekanntester und populärster Schüler das Antisthenes. Er war Verächter der Kultur und führte ein Bettlerdasein, lebte in einer Tonne, benutzte weder Eßbestecke noch andere Hilfsmittel und verrichtete jegliche Bedürfnisse in der Öffentlichkeit. Diogenes wirkte zwar als Lehrer, von seine Lehren ist jedoch bis auf Legenden nichts bekannt. Er forderte die Aufhebung der Ehe, befürwortete in Übersteigerung der sokratischen Selbstgenügsamkeit äußere Bedürfnislosigkeit, verachtete alle Konventionen und bezeichnete sich als Weltbürger. Erziehung und Stählung soll diesen Prinzipien entsprechen, der Satz von der "Umwertung der Werte" geht auf ihn zurück. Als er aufgrund seines Alters nicht mehr zu seiner Lebensweise in der Lage war, soll er sich in Korinth durch Anhalten der Luft selbst umgebracht haben.

Epikur (341-270 v.Chr.)
Nationalität: Grieche, Philosoph
Leben:
Epikur, Gründer der Schule der Epikureer, wurde 341 in Samos als Sohn des athenischen Kolonisten Neokles geboren. Bereits 14jährig hörte er den Platoniker Pamphilos. Entscheidend für seine philosophische Entwicklung wurde das Studium (327/324) in Teos bei dem Demokriteer Nausiphanes, der ihm die Kenntnis der Atomistik und Lustlehre Demokrits vermittelte. 323/321 leistete er seinen Militärdienst als Ephebe in Athen, einer seiner Mitepheben war der spätere Komödiendichter Meander. Nach der Dienstzeit hielt er sich in Kolophon auf und bildete seine eigene Philosophie aus, dann lehrte er in Mytilene (311/310) und Lampsakos (310-307/306). An beiden Orten gewann Epikur Freunde und Schüler, von denen ihm viele folgten, als er seine Schule nach Athen verlegte und dort in Wettbewerb mit Akademikern und Peripatetikern trat. 270 starb er an einem Unterleibsleiden.
Hauptwerk:
Alle seine Hauptwerke, die angeblich etwa 300 Buchrollen füllten, sind verloren. Erhalten sind lediglich Schrift-, Buch- und Brieffragmente.

Euklid (ca. 450-380 v.Chr.)
Nationalität: Grieche, Philosoph
Leben:
Eukleides aus Megara war Schüler und Verehrer des Sokrates und Haupt der Megariker. Er war auch von den Eleaten beeinflußt. Von seinen Schriften ist leider nichts erhalten.

Heraklit (ca. 544-483 v.Chr.)
Nationalität: Grieche, Philosoph
Leben:
Heraklit aus Ephesos war im öffentlichen Leben Gegner der Volksmassen und der demokratischen Partei. Er zwang den adelsfeindlichen Tyrannen Melankomas zum Rücktritt und trat gegen den von den Demokraten betriebenen, antipersischen Ionischen Aufstand auf. Seine philosophischen Auffassungen waren waren gegen die überkommene Volksreligion gerichtet und von hohem aristokratischen Selbstbewußtsein getragen.
Hauptwerk:
Von seiner Schrift "Über die Natur" sind nur Fragmente erhalten.

Platon (427-347 v.Chr.)
Nationalität: Grieche, Philosoph
Leben:
Platon, geboren und gestorben in Athen, entstammte der alten athenischen Sklavenhalteraristokratie. Sein Vater war ein Nachfahre des Kodros, seine Mutter führte ihre Ahnenreihe auf eine Verwandten Solons zurück. Zwanzigjährig wurde Platon Schüler des Sokrates, nach dessen Tode er Unteritalien, Kyrene, Ägypten und Sizilien besuchte und dort mit dem pythagoreischen Bund in Berührung kam. Um 390 kam Platon durch seine Freundschaft mit Dion, dem Schwager des Tyrannen Dionysios I., an den Hof nach Syrakus. Aufgrund seiner Freimütigkeit soll er in Ungnade gefallen und von diesen als Sklave verkauft worden sein. Durch seinen Schüler Annikeris freigekauft, gründete er 386 seine philosophische Schule in der Akademie zu Athen. Zwei weitere Reisen nach Syrakus, um Dionysios II. zur Verwirklichung der platonischen Staatsutopie zu bewegen und ihn mit Dion auszusöhnen, blieben ohne Ergebnis. Ab 361 übte Platon bis zu seinem Tode in Athen seine philosophische Lehrtätigkeit aus. Sein bedeutendster Schüler war Aristoteles.
Hauptwerk:
"Ideenlehre": Verwandlung des sokratischen Begriffs in ein ideelles, urbildliches Wesen, das als wahres Sein vor allen materiellen Dingen existiert. "Erkenntnislehre": Bezug der menschlichen Wahrnehmungen und Vorstellungen auf die unvollkommene materielle Welt. "Ethik": Anfangs Bestätigung des sokratischen Intellektualismus, später aber die Forderung der weitgehenden Verähnlichung des Menschen mit der Idee des absolut Guten (Gott). "Staatstheorie": Klares zum Ausdruck bringen der Ideologie der Sklavenhalteraristokratie. "Naturphilosophie": Hinzufügung von pythagoreischen und herakliteischen Elementen zur Ideenlehre. Weiterhin zahlreiche Dialoge und Schriften.

Plotin (204-270 n.Chr.)
Nationalität: Grieche, Philosoph
Leben:
Plotin gilt als eigentlicher Begründer des Neuplatonismus. Zu Lykopolis (Ägypten) geboren, ging er 232 nach Alexandria und wurde dort Schüler des Ammonios Sakkas. 244 gründete er in Rom eine Schule, der er bis zu seinem Tode vorstand. Plotin plante die Errichtung einer Stadt ´Platonopolis´, deren Bürger nach den Gesetzen Platons leben sollten. Trotz der Hochschätzung Plotins durch den Kaiser Gallienus kam dieses Projekt jedoch nicht zur Ausführung. Plotin verstarb im kampanischen Minturnae.
Hautwerk:
Von seinem Schüler Porphyrios bearbeitete und in 6 Enneaden herausgegebene Lehrvorträge.

Seneca d. J. (ca. 4 v.Chr. - 65 n.Chr.)
Nationalität: Römer, Philosoph (Stoiker)/Staatsmann/Schriftsteller
Leben:
Seneca d. J., geboren in Rom, gestorben in Corduba, schlug als Sohn des berühmten Rhetorikers und Schriftstellers Seneca d. Ä. die Beamtenlaufbahn ein, erregte als Redner die Eifersucht Caligulas und entging nur knapp der Beseitigung. Bis Agrippina 49 seine Rückberufung durchsetzte befand er sich auf Korsika im der Verbannung. Er wurde dann Erzieher Neros, als dessen Berater er von 54-59 zusammen mit seinem Freund Burrus fast unumschränkt das römische Weltreich regierte. Er fiel dann in Ungnade, zog sich 62 vom Staatsleben zurück und wurde schließlich von Nero zum Selbstmord gezwungen. Mit seinem Vermögen von ca. 300 Millionen Sesterzen galt er als einer der reichsten Männer seiner Zeit.
Hauptwerk:
Moralisch Abhandlungen, Dialoge und Briefe, naturwissenschaftliche Untersuchungen und Tragödien. Desweiteren ein Satire auf den Kaiser Claudius ("Apocolocyntosis").

Sokrates (470-399 v.Chr.)
Nationalität: Grieche, Philosoph
Leben:
Sokrates lebte in Athen als Sohn eines Steinmetzes und einer Hebamme. Er kämpfte mehrmals im Peloponnesischen Krieg mit und erkannte als einziger Prytane 406 das verfassungswidrige Todesurteil gegen die Feldherrn der Schlacht bei den Arginusen nicht an. Von Vertretern der verfallenden athenischen Sklavenhalterdemokratie wurde er angeblich wegen Verführung der Jugend und Leugnung der Staatsgötter zum Tode verurteilt. Der wahre Grund dafür wird u.a. darin gelegen haben, daß er viele aristokratische Schüler hatte (Alkibiades), manche demokratischen Institutionen und Gepflogenheiten angriff und mit reaktionären Vertretern der Sophistik, die er stets heftig bekämpft hatte, verwechselt wurde.
Hauptwerk:
Von Sokrates sind keinerlei Schriften hinterlassen worden, die wichtigsten Kenntnisse über ihn entstammen den Werken Platons und Xenophons.

Theophrast (373-288 v.Chr.)
Nationalität: Grieche, Philosoph/Naturwissenschaftler
Leben:
Theophrast aus Eresos (Lesbos), gestorben in Athen, war Freund und Schüler des Aristoteles und leitete nach dessen Tod die peripatetische Schule in Athen. Er war als Philosoph und Naturwissenschaftler einer der umfassendsten Gelehrten der Antike und verfaßte eine Vielzahl von Werken der verschiedensten Disziplinen, von denen aber nur ein geringer Teil erhalten ist.
Hauptwerk:
"Pflanzenkunde" und "Pflanzenphysiologie": Untersuchungen über Pflanzen, "Lehren der Naturphilosophen": 18 philosophisch historische Bücher, "Charaktere": Geistvolle Schilderung von 30 Charaktertypen, zahlreiche Monographien.