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kendo

 
etikette und kommandos

 

 

die kendo - etikette

"Kendo beginnt mit der Begrüßung und endet mit dem Abgrüßen."

Entsprechend muß auch die Kendo-Etikette befolgt werden, nicht allein aus traditionellen Gründen, sondern auch, weil Kendo eine Kampfsportart ist, deren Bewegungen strikt einzuhaltende Grenzen gesetzt werden müssen. Der Trainings-/Kampfpartner soll nicht vernichtet werden, sondern es soll stets mit dem Gefühl der Achtung und des Dankes ihm gegenüber trainiert werden, denn durch ihn wird die eigene Ausbildung unterstützt - und darüber hinaus ist er ein Sportfreund!

Auch dem Dojo gegenüber, also dem Ort, wo man seine Ausbildung erhält, ist es notwendig, die Etikette zu wahren und die ursprüngliche Würde dieser Räumlichkeit zu achten.
  • Beim Betreten oder Verlassen des Dojo verbeugt sich der Kendoka grüßend vor dem Dojo und den Anwesenden.
  • Ein Kendoka verbeugt sich am Anfang und am Ende jeder Übung vor seinem Gegner.
  • Ein Kendoka raucht, ißt und trinkt nicht im Dojo, wenn er dazu nicht aufgefordert wird.
  • Ein Kendoka trägt im Dojo keinen Hut und verhält sich dem Ort angemessen, er albert z.B. nicht herum oder flätzt sich locker auf dem Boden.
  • Wenn Kendoka Rüstung tragen und auf dem Boden des Dojo sitzen, ist es Sitte, daß man hinter ihnen vorbeigeht.
  • Ein Kendoka schreitet nicht über ein Shinai oder eine Rüstung.
  • Ein Kendoka berührt niemals das Shinai eines anderen während einer Übung oder eines Kampfes und vermeidet nach Möglichkeit Berührungen der Rüstung eines anderen Kendoka.
  • Im allgemeinen sitzen die Kendoka mit den niedrigeren Graden den Yudansha (höher Graduierten) gegenüber oder zu ihrer Rechten.
  • Bei einer Übung wählt der Kendoanfäger seine Position so, daß er den Yudansha das Gesicht zuwendet. Gleiches gilt gegenüber einem erläuternden Lehrer.
  • Im Übungsraum steht der Schüler und wartet auf die Instruktionen des Lehrers.
  • Löst sich ein Teil der Rüstung, muß die Übung unterbrochen werden. Der Partner bleibt in seiner Position, während der Fehler behoben und abschließend überprüft wird. Ein beschädigtes Shinai kann für den Partner durch Splitter außerordentlich gefährlich werden und darf auf keinen Fall mehr benutzt werden.
  • Die Übungen sollen konzentriert, unabgelenkt und mit innerem Ernst durchgeführt werden. Schwatzen während des Trainings ist unhöflich und ablenkend.
  • Flüche und Schimpfwörter jeglicher Art haben im Dojo nichts zu suchen.
  • Jeder Kendoka hat Fehler, an denen er üben muß. Sich über mißlungene Übungen oder Kämpfe zu ärgern, ist unangebracht und unhöflich dem Partner gegenüber. Ein Kendoka gewinnt und verliert stets mit Würde.
  • Außer bei den Übungen haben die Schüler die Lehrerseite zu meiden.

"nyumon" (einführung)

Das japanische Wort "Nyumon" wirkt auf den ersten Blick - auch für Japaner - sehr förmlich. Dieser Ausdruck stammt aus der zen-buddhistischen Lehre und bedeutet soviel wie "der Eintritt in den Weg Buddhas" (Nyu= eintreten, Mon=Tor).

Es geht dabei nicht um Vergnügen, sondern um eine Ausbildung. In Japan wird dieses Wort heute zur Einführung von Anfängern in eine Budo-Disziplin benutzt, da damit die gesamtmenschliche Ausbildung erfaßt wird. Im Gegensatz zu früheren Drillmethoden kann sich heute jeder seinen eigenen Maßstab setzen, so daß die Zahl der Frauen und auch Kinder im Training stetig zunimmt.

Auch wenn die Dojos nicht immer wunschgemäß eingerichtet sind und es manchmal an guten Übungsleitern fehlt, kann man mit der Bereitschaft und dem Willen zu hartem Training sowie der nachträglichen Reflexion über den Kampf auch unter schlechten Bedingungen gute Erfolge erzielen.

(Aus: J. Sasamori/G. Warner, Das ist Kendo... die japanische Fechtkunst, Berlin 1994. K. Ando/K. Oshima, Kendo: Lehrbuch des japanischen Schwertkampfes, Berlin 1993.)



einige kommandos im kendo

angrüßen / abgrüßen

Chakuza  hinsetzen
Kote-Men-Tore  Kote und Men ablegen
Seiza  gerades, "richtiges" sitzen
Mokuso  meditieren
Mokuso-Yame  Meditation beenden
Rei  verbeugen

schläge / techniken

Suburi  Schlagübungen mit Shinai oder Bokuto (Holzschwert)
Joge-Buri  gerade Auf- und Abbewegungen mit dem Shinai
Naname-Buri  diagonale Auf- und Abewegungen mit dem Shinai
Heia-Suburi  Men-Schläge im Vorwärts- und Rückwärtsspringen
Men-Uchi  Schlag zum Kopf
Sayumen-Uchi  seitlicher Schlag zum Kopf
Kote-Uchi  Schlag zum Handgelenk
Do-Uchi  Schlag zum Rumpf
Tsuki  Stich zur Kehle
Kiri-Kaeshi  Wiederholen seitlicher Men-Schläge
Uchikomi  Schnell aufeinanderfolgende Schläge nach einem festen Muster
Keiko  Training, Übung, Übungskampf
Ji-Geiko  Freistil-Kampftraining
Kakari-Geiko  intensives Angriffstraining
Shiai-Geiko  Wettkampf

haltungen / kamae

Osame-To  Shinai zurückstecken
Tei-To  Shinai mit langem Arm seitlich halten
Kamae-Te  Haltung mit Shinai einnehmen
Chudan-no-Kamae  Mittelkampfhaltung
Jodan-no-Kamae  Kopfkampfhaltung
Gedan-no-Kamae  Kniekampfhaltung
Hassano-no-Kamae  Seitkampfhaltung

allgemeines

ai-  alle
Hidari  links
Migi  rechts
Hajime  anfangen
Yame  aufhören
Kiai  Kampfschrei, Herz-Geist-Schrei
Ki-Ken-Tai-Ichi  Geist-Schwert-Körper-Einheit
Tenouchi  korrektes an- und entspannen der Hände beim Schlag
Mae  vor
Ushiro  zurück
Uchidachi  Lehrer, Lehrer-Seite
Shidachi  Schüler, Schüler-Seite
Seiretsu  aufstellen

ausrüstung

Shinai  Kampfschwert aus Bambus
Bokuto  Holzschwert für die Kata
Kodachi  Holzkurzschwert für die Kata
Hakama  Hosenrock
Gi  Trainingsjacke
Tenugui  Schweißtuch, das unter dem Men getragen wird
Men  Helm
Kote  Handschuhe
Do  Brustpanzer
Tare  Hüftschutz

kampfrichterkommandos

Hajime  Beginn/Wiederbeginn des Kampfes
Yame  Ende oder unterbrechung des Kampfes
-Ari  gültiger Treffer
Nihonme  Wiederbeginn des Kampfes nach einem gültigen Treffer (Ippon)
Shobu  Wiederbeginn des Kampfes, nachdem beide Kämpfer
 einen Ippon erzielt haben
Encho  Beginn einer Verlängerung
Ippon-Gachi...Shobu-Ari  Sieg mit einem Punkt
Fusen-Gachi...Shobu-Ari  Sieg ohne Kampf
Hikiwake  Unentschieden
Jogai Hansoku Ikkai  Erster halber Strafpunkt nach einer Regelwidrigkeit
Jogai Hansoku Nikai  Zweiter halber Strafpunkt (gefolgt von einem Ippon-Ari)
Shinai Otoshi  Fallenlassen des Shinais
Boryoku  Mit groben und gewalttätigen Mitteln kämpfen
Gogi  Beratung der Kampfrichter
Ippon-Ari  Ein Punkt wird nach zwei Strafpunkten gegeben
Tsubazeriai Chui Ikkai  Erster viertel Strafpunkt für untätiges Kämpfen
Tsubazeriai Chui Nikkai  Zweiter viertel Strafpunkt (gefolgt von einem Hansoku Ikkai)

die zahlen

1 Itchi, 2 Ni, 3 Ssan, 4 Schi, 5 Go, 6 Roku, 7 Schitschi, 8 Hatschi, 9 Kju, 10 Dschu.