von zweien, die auszogen, das hauen zu lernen
Nichts Großes entsteht im Augenblick, nicht einmal
eine Traube oder eine Feige. Sagst du mir jetzt: Ich will, daß nun hier
Feigen wüchsen, so antworte ich: Das braucht Zeit. Laß den Baum zuerst
blühen, dann Früchte tragen und dann reifen. Du siehst also, die Frucht
des Feigenbaumes gedeiht nicht plötzlich und nicht in einer Stunde - wie
willst du nun die Frucht der Vernunft so rasch und mühelos gewinnen? Dies
erwarte nicht, wenn ich dir auch schon Hoffnung gegeben habe.
(Epiktet)
die idee
Schon Anfang 1996 geisterte Jan, durch das Schmökern in verschiedenen
Kendo-Büchern und Romanen inspiriert, die Vorstellung durch den Kopf,
ein Wandertraining durch verschiedene Dojos in alter japanischer Tradition
zu verwirklichen. Diese Idee vertiefte sich zunehmend aufgrund der stets
lehrreichen Erfahrungen mit Gästen im heimischen Dojo ("Merkwürdiges
Kamae, was dabei wohl herauskommen soll? Zack, Men-Ari - Ooophs,
aha!") und verfestigte sich zu dem Entschluß, eine solche Tour anzugehen,
wenn das eigene Level - man war damals noch ganz frisch in Rüstung - auch
ein verhältnismäßig vielseitigeres Lernen gewährleisten konnte. Jens war,
auf dieses Vorhaben hin angesprochen, sofort Feuer und Flamme, und somit
waren die Rahmenbedingungen mitsamt Termin (20. Juni - 02. Juli) schnell
abgesteckt. Ziel der Reise sollte sein, jeden Tag in einem anderen Dojo
zu trainieren, zu lernen, Eindrücke zu sammeln und möglichst viele andere
Kendoka kennenzulernen.
die organisation
Bei der Planung der Reise mußten wir zunächst folgende Dinge beachten:
Wie sollte die Reiseroute aussehen, welche Dojos konnte man kontaktieren
und welche davon konnten wir aufgrund der jeweiligen Trainingstermine
besuchen?
Wie gelangte man in den Städten genau zu den einzelnen Dojos?
Wie wollte man die Übernachtungen organisieren?
Wie sollte die Freizeitgestaltung aussehen?
Schnell einigte man sich darauf, daß Jan die Trainingsstationen und Jens
ein kulturelles Programm organisieren sollte, daß hauptsächlich den Besuch
von Burgen und Domen beinhalten sollte. Bei der Wahl der Route und der
Dojos war die Liste in der Hessischen Kendozeitung und der hessische Vereinskompaß
eine große Hilfe, wir erkannten, daß wir aufgrund der begrenzt zur Verfügung
stehenden Zeit den Norden und Osten Deutschlands nicht mit abdecken konnten
- dies jedoch auf einer späteren Tour hoffentlichen noch nachholen werden
- und auch sonst Kompromisse eingehen mußten in der Wahl der Stationen
und Städte (es wäre möglich gewesen, allein in Hessen zwölf Tage zu trainieren!).
Nach zahlreichen Telefonanrufen bei den Vereinen und noch viel zahlreicheren
Auskünften von Oliver über Änderungen oder Neuerungen in der Vereinsliste
standen die 13 Orte der Tour fest:
Kassel (FSK Hoof e.V., Abt. Bushido),
Hannover (Uni-Kendo - heimischer
Herd), Göttingen (Uni-Kendo),
Köln (Kendo-Dojo Köln),
Frankfurt (Katana Frankfurt), Mainz
(JC Wörrstadt), Mannheim (Ken-Zen-Kan
Mannheim), Heidelberg (Ken-Zen-Kan
Heidelberg), Darmstadt (Tus Griesheim),
Sprendlingen (1. Sprendlinger Judo-Verein),
München (Kendo München
e.V.), Würzburg (TSV Jahn),
Lich (Karate Dojo Lich e.V., Abt.
Kendo).
Leider mußten wir zusätzlich einige Dojos, die wir gerne besucht hätten,
zurückstellen, weil wir einfach niemanden erreicht haben. Es folgte dann
meist ein verzweifelter Anruf bei Oliver mit einer 50%-Chance, doch noch
irgend jemanden des entsprechenden Vereines kontaktieren zu können. Im
großen und ganzen verlief die Organisation der Tour aber recht glatt,
die angerufenen Personen bekamen einen Brief mit der Ankündigung unseres
Kommens, der Bitte um eine Wegbeschreibung und der Frage nach einer möglichen
privaten Übernachtung, auf den nahezu alle geantwortet haben. Wir hatten
keinerlei Probleme beim Auffinden der Dojos und konnten fast überall privat
nächtigen, wofür wir uns bei dieser Gelegenheit noch einmal herzlichst
bedanken möchten und natürlich auch ein entsprechendes Gegenangebot aussprechen
wollen. Als jeweiliges Gastgeschenk und kleines Dankeschön für die Kendogruppen
haben wir mit dem Computer ein Bild mit unseren Konterfeis, den Reisestationen
und anderen Motiven bearbeitet, drucken lassen und eingerahmt den Trainingsleitern
überreicht, was überall sehr erfreut angenommen wurde.
die fahrt
Beim Beladen des Fahrzeuges zeigte sich recht schnell, daß das Auto
schon allein mit unser beider Sachen restlos vollgepackt war. Da wir während
der Fahrt unsere Kendosachen zum Trocknen auf Bügeln in den Font hängen
mußten und auch die Rüstungsteile obenauf lagen, kann ich keinem empfehlen,
auf einer solchen Tour mit mehr als zwei Leuten ein Auto zu belegen (kurz
am Rande: der Gestank war, besonders bei direkter Sonneneinstrahlung,
nur für Kendoka zu ertragen).
Ansonsten erforderten die längsten Strecken maximal fünf Stunden Fahrzeit
von Stadt zu Stadt und natürlich noch eine Menge Herumgekurve in den einzelnen
Städten, sodaß wir insgesamt ca. 3500 km zurückgelegt haben. Es war, wie
schon gesagt, kein Problem, die Dojos aufgrund der guten Wegbeschreibungen
zu finden. Bei Ankunft in jeder Stadt suchten wir zuerst die Trainingshalle,
um später nicht durch Irrtümer in der letzten Minute oder gar nicht zu
erscheinen. Danach wurden meist kulinarische und kulturelle Bedürfnisse
gestillt, wobei sich mit zunehmender Fahrtdauer das Verhältnis deutlich
zu Gunsten der ersteren verschob und sich eher das Entspannungsbedürfnis
dem zugesellte. Wir hatten bei der Reiseplanung nämlich zwei wesentliche
Dinge außer Acht gelassen hatten:
Wenn man jeden Tag drei bis sieben Stunden im Auto verbringt, danach seine
Zeit bis zum abendlichen Trainingstermin irgendwie totschlagen muß und
dann meist 1 1/2 bis 2 Stunden oft heftiges Training mitmacht - und das
alles mit relativ wenig Schlaf -, hat der Körper nach einiger Zeit (bei
uns nach ca. acht bis neun Tagen) Schwierigkeiten, sich vollständig zu
erholen und erfrischen. Die Folge davon war ein permanentes Gefühl leichter
Erschöpfung und Ermattung, was zwar nach den ersten Trainingsminuten jeweils
schnell verschwand, uns aber den ganzen sonstigen Tag über begleitete
und besonders bei den eintönigen Autobahnfahrten zu schaffen machte. Als
Jan aufgrund der dauernden Überlastung nach dem Training in Würzburg gegen
Ende der Fahrt zwei heftige Krämpfe in den Beinen erleiden mußte, wurde
die Dringlichkeit einer baldigen Ruhepause noch einmal sehr deutlich.
Daraus lernten wir für evtl. folgende Touren, alle fünf bis sechs Tage
einen Tag Pause zur Erholung einzulegen.
Der zweite Punkt ist, daß man in jedem zweiten Training irgendein Zipperlein
mit auf den Weg bekommt: geschwollene Handgelenke, Blasen, Zerrungen,
angeschlagene Kapseln, das ganze Programm halt. Das wird an sich nun erst
zum Problem, wenn diese Zipperlein sich jeden Tag erneut und mit zunehmender
Garstigkeit bemerkbar machen oder durch weitere Treffer gemacht werden.
Im Training war das zwar keine große Schwierigkeit - Augen zu und durch,
auf den großen Lehrgängen ist das nicht anders -, aber wenn einem die
letzten Tage der Tour sogar Leute mit einem Gipsbein weglaufen können,
weil man selbst nur noch am Humpeln und Schleichen ist, wünscht man sich
doch schon mal etwas Ruhe und hält sich tagsüber lieber 6 Stunden abdämmernd
im Englischen Garten als im Deutschen Museum auf. Jedenfalls würde ich
zukünftig als zeitlichen Rahmen einer solchen Reise keinesfalls mehr als
14 Tage veranschlagen.
Wir trafen immer ungefähr 45 Minuten vor Trainingsbeginn ein und wurden,
wie erhofft, wirklich überall äußerst herzlich aufgenommen und behandelt
(Bsp.: Freundschaftliche Begrüßung Uwe Kumpfs in Frankfurt: "Leider
kann ich Euch heute nicht verhauen, da ich arbeiten muß, aber die Gelegenheit
wird sich sicher mal wieder ergeben." Anm. d. Autoren: Bestimmt!
Und das mit dem Verhauen geht schon klar.). Nachdem wir die zahlreichen
Fragen zu unserer Reise beantwortet hatten und das Training begonnen hatte,
wurden wir zumeist beim Angrüßen vom Trainingsleiter der Gruppe als Gäste
noch einmal vorgestellt, was uns stets das beruhigende Gefühl vermittelte,
für diese Trainingseinheit nicht nur formell, sondern auch freundschaftlich
in die Gruppe integriert zu sein. Dementsprechend war das Klima in allen
Dojos auch sehr entspannt und ohne geringste Vorbehalte uns "Fremden"
gegenüber. Für uns persönlich wurde dahingehend eine Lehre sehr wertvoll,
die uns gleich auf unserer ersten Station Kassel von Kurt v.d. Wijngaard
im Ji-Geiko vermittelt wurde, als wir, in der Bemühung, alles besonders
gut, wild und schnell zu machen, gesagt bekamen, daß wir wirklich herzlich
willkommen seien und nicht den Anspruch zu haben bräuchten, (übertragen)
wild und unkontrolliert kämpfen zu müssen. Uns wurde dadurch deutlich,
daß man von uns 4. Kyus keine Meisterleistungen erwartete und wir einfach
locker, überlegt und konzentriert mittrainieren sollten, was uns danach
die ganze Reise sehr viel entspannter zu den einzelnen Trainingsterminen
gehen ließ.
Das Training selbst war wirklich fast überall unterschiedlich, wir haben
reine Ji-Geiko-Einheiten, heftiges Konditionstraining, ruhigere, aber
trotzdem sehr ergiebige Trainingsformen und alle möglichen Mitteldinger
dazwischen kennengelernt. Besonders aufgefallen ist uns dabei das Trainingsprinzip
in München, wo (alle?) Dan-Grade sich als Trainingsleiter regelmäßig abwechseln,
um ein vielseitiges und in den Schwerpunkten variierendes Training zu
erreichen. Insgesamt hatte jedes Training seine Vor- und Nachteile, uns
persönlich hat die Form am besten gefallen, die alles miteinander kombiniert,
sprich Suburi, Grundschläge, Kiri-kaeshi, Uchi-komi, Techniken, Kakari-Geiko
und Ji-Geiko. Besonders bei den Technik-Übungen empfanden wir es als sehr
ergiebig, wenn man zwischen den einzelnen Übungen noch Feinheiten erklärt
bekam oder einige Sekunden Zeit zur Reflexion hatte, um seine Mängel besser
analysieren zu können. Im Ji-Geiko machten wir (natürlich) die deutliche
Erfahrung, die uns schon im Vermächtnis eines alten Samurai der Tokugawa-Zeit
vermittelt wird:
Er [der Samurai] muß sich im Musha-Shugyo üben,
wann immer es möglich ist. Das bedeutet, übers Land zu reisen und in vielen
verschiedenen Dojos zu trainieren. Auf diese Weise wird er Bescheidenheit
und Geschicklichkeit zugleich erwerben. Er wird sehen, daß fast jedes
Dojo über äußerst erfahrene Kämpfer verfügt, die oft besser sind als er.
[...] Er wird sehen, daß er vielleicht zuhause in seinem kleinen Dojo
weit besser als die anderen war. Aber die Welt ist groß, und auf ihr gibt
es zahllose Kämpfer seines Kalibers, und zahllose Kämpfer weit besser
als er. [...] Trainiert er nur in einer kleinen Gruppe von Freunden, so
mag er sie eines Tages alle mit Leichtigkeit schlagen, doch er seinerseits
kann durch einen relativ ungeübten Fremden besiegt werden.
Und zahllose Kämpfer sind sogar weit, weit besser! Gut, man hat ein
wenig ausgeteilt und viel eingeschenkt bekommen, aber genau das war ja
auch Sinn der Reise, zu lernen und zu trainieren. Bescheidenheit brauchten
wir zwar nicht erwerben, einfach, weil wir bisher überhaupt noch keinen
Grund hatten, nicht bescheiden zu sein, aber in puncto Geschicklichkeit,
also Fortschritt, war die Tour ein großer Schritt nach vorne für uns und
hat sich in jeder Hinsicht ausgezahlt. Noch einmal zur Bescheidenheit:
Wichtig war im Keiko gegen Dan-Grade zu erkennen, daß ein erzielter Treffer
meist nicht auf einer Schwäche des Danes beruhte, sondern auf einer relativen
Anpassung des höher Graduierten an den eigenen Kyu-Level. Man sollte also
tunlichst nicht dazu neigen, sich nach einigen erfolgreichen Angriffen
und Treffern überzubewerten, denn "für vollkommen hält sich nur
derjenige, der geringere Ansprüche an sich stellt" (Hesse). Das
wird einem zwar ständig gesagt, ein richtiges Umsetzen fällt dann aber
meistens etwas schwer (´s geht dann jedoch recht schnell, wenn man dann
das eine oder andere Mal eine richtig heiße Mütze bekommen hat).
Leider wurde die Kata oftmals sehr vernachlässigt - verständlich bei einer
Trainingseinheit von nur 1 1/2 Stunden -, aber auch hier waren die Eindrücke
in den verschiedenen Dojos sehr lehrreich: "Bis zu welcher Form kannst
Du die Kata?" "Die Abläufe kann ich bis zur 7. Form, aber was
das Können betrifft..." - das Ergebnis davon war dann meistens, daß
man wegen einiger Kleinigkeiten über die 3. oder 4. Form nicht herauskam.
Gerade bei der Kata haben wir gemerkt, wie unterschiedlich einzelne Feinheiten
in jedem Dojo interpretiert werden, aber nach einem Durchgang gab es eigentlich
keine Anpassungsschwierigkeiten mehr. Das einschneidenste Erlebnis diesbezüglich
hatten wir in Heidelberg, als eine Frage zur 3. Form Herrn Franco Bonsignori
in kurzen, leidenschaftlichen Sätzen die Tiefe und Tücke dieser Form beschreiben
ließ, was unsere Sicht zu einigen Aspekten der Kata merklich verändert
hat - nicht zuletzt auch verstärkt durch einige beeindruckende Erläuterungen
und Darstellungen in Köln.
Als ein Fazit dieser Reise können wir gar nicht deutlich genug betonen,
daß wir wirklich aus jedem Dojo etwas mitgenommen haben und sich bei uns
eine ansehnliche Lern-und-Beachte-Liste aus unseren Fahrtenbucheintragungen
entwickelt hat. Und auf die Frage, was einem mit als Wichtigstes auf den
Weg gegeben wurde: Fußarbeit, Fußarbeit und nochmals Fußarbeit (und das
jetzt x Male wiederholen). Weiterhin empfand ich es als sehr erfreulich,
daß man in nahezu jedem Dojo Anfängern ohne Rüstung begegnet ist und entsprechende
Anstrengungen bezüglich einer Nachwuchsarbeit zu erkennen waren. In Lich
waren wir sogar bei Prüfungen zum 6.- 4. Kyu anwesend und über die große
Anzahl der Prüflinge erstaunt und wieder einmal stark von der Erinnerung
an die eigenen Anfänge berührt, die einem, obschon erst wenige Jahre zurückliegend,
relativ weit weg vorkommen (s. auch Artikel in Ausgabe 12).
Nach dem Training ging es dann jeweils noch zu einem ausgiebigen Plausch
und Anekdotentausch in die Kneipe und danach zu unserem Schlafquartier,
wo wir nach eingehender Zipperleinbehandlung (s.o.) auf unsere Iso-Matten
gefallen sind oder, wie in Mannheim oder Sprendlingen geschehen, noch
bis tief in die Nacht erzählten oder einfach eine japanisch-normannische
Party machten.
Nennenswerte Probleme tauchten während der Fahrt eigentlich nicht auf.
Leider fiel das Training in Göttingen aus, und aufgrund eines Trauerfalls
mußten wir nach dem Frankfurtstraining Dienstagnacht wieder zurück nach
Hannover fahren, trainierten Mittwochabend also "im heimischen Stall"
und mußten uns bei den Mainzern entschuldigen. Morgens um 6.00 Uhr brachen
wir Donnerstag dann wieder Richtung Mannheim auf. Auch das Training in
Darmstadt/Griesheim fiel leider aus von uns nicht beeinflußbaren Gründen
aus, sodaß wir uns in eine schattige, einsame Burgruine fern jeder menschlichen
Siedlung zu einer wundervollen Kata zurückzogen. Für das körperliche Wohlbefinden
und die Zipperlein hatten wir eine Unmenge an Mineraltabletten, Sportsalben,
Wundsalben, Fettcremes, Pflaster, Tape etc. mit, was wir auch wirklich
alles gebraucht haben. Aufgrund wunder oder "verblaster" Füße
kann es nicht schaden, sich Gymnastikschuhe mit Ledersohle oder zumindest
viel Tape-Band mitzunehmen. Morgens sollte man seine Füße mit Fußpuder
behandeln, damit sie tagsüber trocken bleiben und man nicht abends mit
aufgeweichten und deshalb sehr viel anfälligeren Füßen das Training beginnt.
Letztendlich veranschaulicht die Eindrücke unserer Reise ein Zitat von
Hermann Hesse wohl am besten:
Die Reiseromantik ist zur Hälfte nichts anderes
als Erwartung des Abenteuers. Zur anderen Hälfte aber ist sie unbewußter
Trieb, das Erotische zu verwandeln und aufzulösen. Wir Wanderer sind darin
geübt, Liebeswünsche gerade um ihrer Unerfüllbarkeit willen zu hegen,
und jene Liebe, welche eigentlich dem Weib gehörte, spielend zu verteilen
an Dorf und Berg, See und Schlucht, an die Kinder am Weg, den Bettler
an der Brücke, das Rind auf der Weide, den Vogel, den Schmetterling. Wir
lösen die Liebe vom Gegenstand, die Liebe selbst ist uns genug, ebenso
wie wir im Wandern nicht das Ziel suchen, sondern den Genuß des Wanderns
selbst, das Unterwegssein.
(Sommer 1997. Entstanden in Zusammenarbeit mit Jens Siebert.)
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